Taxis in der Coronakrise Darum stehen am Bärensee derzeit immer unzählig viele Taxis

Kaum jemand verirrt sich in Coronazeiten in ein Taxi. Foto: Leif Piechowski/LICHTGUT/Leif Piechowski
Kaum jemand verirrt sich in Coronazeiten in ein Taxi. Foto: Leif Piechowski/LICHTGUT/Leif Piechowski

Am Bärensee in Stuttgart sieht man derzeit unzählig viele Taxis herumstehen. Die Taxi-Zentrale Stuttgart bestätigt dies. Die Kollegen würden dort auf einen bestimmten Anruf aus Sindelfingen warten – der vielleicht kommt.

Stuttgart/Sindelfingen - Gegen 16 Uhr trudeln die Ersten ein. Dann biegt das erste Taxi auf den Parkplatz beim Bärensee in Stuttgart. Wer früh da ist, hat Chancen auf ein bisschen Umsatz. Vielleicht. Denn sicher ist für Taxi-Fahrer in diesen Zeiten eigentlich nur eines: Es verirrt sich so gut wie keiner mehr in ihre Taxis. Deshalb füllt sich der Parkplatz beim Bärensee von Nachmittag an.

So 40 bis 50 Taxis würden sich dort einfinden, schätzt Iordanis Georgiadis, der geschäftsführende Vorstand der Taxi-Zentrale Stuttgart. Bei ihr seien 95 Prozent aller Taxi-Fahrer registriert. Die Kollegen warten am Bärensee auf einen möglichen Anruf aus Sindelfingen. Dort würden die Daimler-Werksarbeiter zurzeit Spätschichten schieben. Und wenn sie zu lange im Werk gewesen seien, würde Daimler zwischen 20 und 21 Uhr bei der Taxi-Zentrale Heimfahrten ordern.

Daimler geht auf Anfrage nicht ins Detail, bestätigt aber, dass es vorkomme, dass Taxis bestellt würden. „Sollten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wegen vereinzelter temporärer Schichtverlängerungen im Anschluss an die Spätschicht zum Beispiel nicht auf Schichtbusse zurückgreifen können, dann bietet das Mercedes-Benz Werk Sindelfingen die Nutzung von Taxis für den Heimweg an“, sagt eine Sprecherin. „In diesen Einzelfällen trägt das Unternehmen die Kosten.“

Die Alternative wäre eine leere Tageskasse

Kommt eine Bestellung rein, sind es laut Georgiadis 30, 40 Fahrten. „Wir wissen die genaue Anzahl nie.“ Die Fahrgäste müssten gegen 23.30 Uhr im Umkreis von 15 Kilometern heim gebracht werden. Bombengeschäft klingt anders. „Es gibt keine anderen Fahrten“, sagt er. Die Alternative wäre eine leere Tageskasse. Deshalb ist es ratsam, früh am Bärensee zu sein. Wer zuerst kommt, mahlt zu erst, denn die Taxis stellen sich in einer Reihe auf. In Stuttgart gibt es nach Angaben von Georgiadis keinen vergleichbaren Warteplatz wie den am Bärensee. Wo die Fahrer tapfer teils sieben Stunden ausharren für diesen einen Auftrag. Vielleicht.




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