Technologiekonzern Bosch Bosch erhöht Investitionen in Start-ups

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Der Stuttgarter Technologiekonzern Bosch macht rund 200 Millionen Euro für Investitionen in vielversprechende Start-ups locker.

Bosch investiert verstärkt in Start-ups. Graphcore, ein Hardware-Entwickler aus Bristol, der Chips für Künstliche Intelligenz (KI) herstellt, ist eines von drei KI-Start-ups, an denen Bosch beteiligt ist. Foto: Bosch
Bosch investiert verstärkt in Start-ups. Graphcore, ein Hardware-Entwickler aus Bristol, der Chips für Künstliche Intelligenz (KI) herstellt, ist eines von drei KI-Start-ups, an denen Bosch beteiligt ist. Foto: Bosch

Stuttgart - Bosch ist über seine Wagniskapitaltochter Robert Bosch Venture Capital GmbH (RBVC) bereits an mehr als 35 innovativen Technologie-Start-ups beteiligt – unter anderem aus den Bereichen autonomes Fahren, künstliche Intelligenz (KI) oder beispielsweise dem Internet der Dinge (IoT). Der Stuttgarter Technologiekonzern erhöht sein Investitionsvolumen deutlich und stellt seiner Wagniskapitaltochter 200 Millionen Euro für einen vierten Fonds zur Verfügung. „Die Zukunft gestalten heißt auch, gute Ideen frühzeitig zu erkennen und ihnen zum Durchbruch zu verhelfen“, sagt Bosch-Chef Volkmar Denner. Als führender Anbieter im Internet der Dinge wolle Bosch Technologien in Zukunftsfelder gezielt vorantreiben.

Anteile an Deep Map, Graphcore und Syntiant

RBVC ist bereits heute mit Deep Map, Graphcore und Syntiant an drei der vielversprechendsten KI-Start-ups weltweit beteiligt. Deep Map etwa ist ein Start-up im kalifornischen Palo Alto, das hochpräzise Karten für autonome Fahrzeuge erstellt; so sollen diese über neue Hindernisse, veränderte Straßenverläufe und Ampeln informiert werden. Der britische Prozessor-Hersteller Graphcore aus Bristol produziert KI-Hardware zur Beschleunigung von maschinellem Lernen. Deren KI-Prozessor soll bis zu 100 Mal schneller sein als bisherige Chips. 2018 hat das Unternehmen die größte Venture-Capital-Finanzierungsrunde in Europa erhalten und wird derzeit mit 1,7 Milliarden Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro) bewertet. Syntiant ist Entwickler einer eigenen KI-Chip-Architektur.

Der Bosch-Konzern investiert nicht nur in Start-ups, sondern kooperiert auch mit ihnen in Open-Innovation-Projekten, um die eigene Innovationskraft zu stärken. Open Innovation bedeutet, dass Kunden, Forscher, Lieferanten und Partner gezielt in die Innovationsaktivitäten von Unternehmen eingebunden werden.

Jährlich rund 2000 Start-ups im Blick

Die Investmentprofis von RBVC schauen sich jedes Jahr mehr als 2000 Start-ups an. Rund 100 schaffen es in die engere Auswahl. „Wir investieren pro Jahr in sechs bis zehn ausgewählte Unternehmen. Neben Kapital bieten wir auch Know-how und operative Unterstützung. Zusätzlich bringen wir Start-ups mit operativen Bosch-Einheiten zusammen“, sagt Philipp Rose, kaufmännischer Geschäftsführer von RBVC. Von diesen Kooperationen profitieren sowohl die jungen Unternehmen als auch Bosch. Start-ups erhalten die Möglichkeit, Zulieferer, Kunde oder Technologiepartner zu werden. Bosch wiederum erhält frühzeitig Zugang zu neuesten Technologien und kann diese in eigene Innovationen einfließen lassen. „Open Innovation ist eine Win-win-Situation für Start-ups und Unternehmen“, betont Rose. „Dabei stellen wir sicher, dass das Know-how der Start-ups auch in den Start-ups bleibt.“ Bosch kooperiert bereits mit mehr als 100 Unternehmen in Open-Innovation-Projekte.

Wie jeder institutionelle Wagniskapitalgeber verfolgt auch RBVC das Ziel, am Ende seine Beteiligung mit Gewinn zu veräußern. So ist Movidius, ein Hersteller von Bildverarbeitungsprozessoren, von Intel übernommen worden, und das Cyber Security Unternehmen Security Matters gehört heute zu Fore Scout Technologies, einem Anbieter für Netzwerksicherheit.

Weltweit steigen die Investitionen in Start-ups. Allein 2017 haben institutionelle Investoren und Unternehmen 147 Milliarden Euro investiert. Das ist fast dreimal so viel wie 2012.

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