Tennisclub Rutesheim Der Umbau beim Tennisclub wird wesentlich teurer

Von Arnold Einholz 

Kosten für eine dritte Halle und die Umgestaltung des Vereinsheims sprengen den gesteckten Rahmen.

Der Rutesheimer Tennisclub will eine dritte Halle anbauen. Foto: factum/
Der Rutesheimer Tennisclub will eine dritte Halle anbauen. Foto: factum/

Rutesheim - Hoffentlich bleibt es bei dieser Summe!“, hat die CDU-Fraktionsvorsitzende Christina Almert laut formuliert, was vermutlich viele der Stadträte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates im Stillen gedacht haben. Da ging es nämlich auch um den städtischen Zuschuss für die geplante Umgestaltung der Anlage des örtlichen Tennisclubs.

Der Verein will nämlich zu den beiden bestehenden ein dritte Tennishalle anbauen, die vorhandenen Hallenplätze sanieren sowie das Vereinsheim erweitern und auf Vordermann bringen. Laut den Förderrichtlinien der Stadt steht ihm dafür ein Zuschuss in Höhe von einem Drittel der Kosten zu. Doch der vor gut einem Jahr vom Gemeinderat beschlossene Zuschuss in Höhe von 345 000 Euro ist inzwischen obsolet geworden.

Der Zuschuss wächst beträchtlich

„Leider steigen die Baukosten und dazu gab es noch einen größeren Wasserschaden im Bereich der sanitären Anlagen im Vereinsheim“, hat der Erste Beigeordnete Martin Killinger die Stadträte informiert.

Der Verein muss aktuellen Berechnungen zufolge anstatt der geplanten rund einer Million Euro nun fast 1,4 Millionen Euro in die Hand nehmen, um das Vorhaben umzusetzen. Deshalb wird sich der Zuschuss voraussichtlich auf rund 463 000 Euro erhöhen. Maßgebend für die endgültige Höhe des Zuschusses sind die endgültigen Kosten. Die Finanzierung der Stadt erfolgt mit 100 000 Euro im laufenden Haushaltsplan und mit 363 000 Euro im Haushaltsplan 2020.

Was treibt die Kosten so in die Höhe? Allein die Arbeiten rund um die dritte neue Tennishalle werden um 365 000 Euro teurer. Dazu gehört, dass das bestehende Hallendach nicht saniert werden soll, sondern durch eine Neukonstruktion ersetzt werden soll. Damit sollen problematische Dacheinschnittsflächen vermieden werden.

Zusätzliche Kosten

Zusätzliche Kosten verursachen auch eine Betonstützwand zum Kleinspielfeld des SKV, ein neues Heizungskonzept und ein weiterer Hallenzugang, der auch Lagerflächen für die Sportgeräte ermöglicht.

Bereits im Winter über die Bühne gegangen ist der Umbau des Jugendspielfeldes zwischen der Sporthalle Bühl I und der bestehenden Tennishalle. Die Rechnungen hat der Tennisclub bezahlt. Auch davon übernimmt die Stadt Rutesheim ein Drittel der Baukosten als Zuschuss. Das Jugendspielfeld steht der SKV Rutesheim ab der Sommersaison 2019 wieder zur Verfügung. Der Umbau war nötig, um Platz für die dritte Halle zu schaffen.

Zügig angehen muss der Verein, wegen des Wasserschadens, die Erweiterung des Vereinsheims und zusätzlich die grundlegende Sanierung der Duschen und Umkleiden. Hier liegen die Gesamtkosten bei rund 300 000 Euro (bislang 250 000 Euro). Die Sanierung der bestehenden Hallenplätze und der Anbau des dritten Halle soll erst 2020 realisiert werden.

Eine Ausfallbürgschaft ist notwendig

Der Tennisclub verfügt über ein Eigenkapital in Höhe von 265 000 Euro. Somit benötigt er für ein Darlehen eine Ausfallbürgschaft der Stadt in Höhe von rund 600 000 Euro. Das Grundstück befindet sich im Eigentum der Stadt und ist langfristig an den Verein verpachtet. Deshalb können vom Verein keine üblichen Grundpfandrechte als Sicherheiten für die Gläubiger bestellt werden.

Der Gemeinderat hat den Zuschuss zwar einstimmig gebilligt, doch Wolfgang Diehm, der BWV-Fraktionsvorsitzende, mahnte, die Förderrichtlinien im Auge zu behalten. Bei einer möglichen prekären Finanzlage der Stadt sollte diese Freiwilligkeitsleistung auch mal überdacht werden. Als Pluspunkt für den Tennisverein warf der UBR-Fraktionsvorsitzende Harald Schaber, die gute Jugendarbeit des Clubs in die Waagschale.