Theater in Esslingen Es bleibt die Hoffnung auf Gerechtigkeit

Von ber 

Die Württembergische Landesbühne Esslingen feiert mit dem Stück „Das Urteil von Nürnberg“ Premiere. Das Thema ist aktueller denn je.

Das Bühnenbild verzichtet ganz bewusst auf einen Gerichtssaal. Foto: Ines Rudel
Das Bühnenbild verzichtet ganz bewusst auf einen Gerichtssaal. Foto: Ines Rudel

Esslingen - Wer kennt ihn nicht, den Oscar gekrönten Film „Das Urteil von Nürnberg“ mit Spencer Tracy in der Hauptrolle und einem glänzenden jungen Maximilian Schell, für den die Rolle des Verteidigers „Hans Rolfe“ den Beginn seiner internationalen Karriere bedeutete. Die Württembergische Landesbühne Esslingen (WLB) zeigt nun die Bühnenfassung nach dem Originaldrehbuch von Abby Mann, die Premiere beginnt am Samstag, 12. Januar, um 19.30 Uhr im Schauspielhaus in der Strohstraße.

In dem im Jahr 1948 angesiedelten Stück leitet der amerikanische Provinzrichter Dan Haywood (Spencer Tracy) einen Prozess gegen vier Juristen des NS-Staats. Der ehemalige Justizminister Ernst Janning auf der Anklagebank schweigt in dem Verfahren beharrlich angesichts der gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Haywood will verstehen, wie ein so kluger und während der Weimarer Republik hoch angesehener Jurist wie Janning die Nationalsozialisten gewähren und ihnen sogar dienen konnte. Auch außerhalb des Gerichtssaals trifft Haywood bei seiner Suche nach Erkenntnis auf Schweigen, Entschuldigungen und Ausflüchte.

Für den Regisseur Christof Küster ist das Stück, das auch den Verlust der Unabhängigkeit der Justiz thematisiert, angesichts der Entwicklungen in manchen europäischen Ländern hochaktuell. Was bleibt, ist die Hoffnung auf Gerechtigkeit – auch wenn in der Nachkriegsrealität viele Juristen, die ein Teil des NS-Regimes waren, unter den neuen Bedingungen des Kalten Krieges in der Bundesrepublik wieder in Amt und Würden kamen.




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