Tom Clancy’s The Division 2 im Test Kniffliger Häuserkampf in Edel-Optik

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In Tom Clancy’s The Division 2 muss der Spieler das in Anarchie versunkene Washington D.C. retten – und versinkt ob der opulenten Grafik und des komplexen Geschehens ein ums andere Mal ins Staunen.

Eine Szene mit Symbolkraft: Schießende Spezialeinheiten am Lincoln Memorial in Washington. Foto: Ubisoft 10 Bilder
Eine Szene mit Symbolkraft: Schießende Spezialeinheiten am Lincoln Memorial in Washington. Foto: Ubisoft

Stuttgart - Der Nachfolger des Online-Multiplayer-Shooters The Division verlegt das Geschehen vom verschneiten New York ins sommerliche Washington D.C. Auch sonst hat sich einiges verändert, im Kern bleibt The Division 2 dem Erfolgskonzept aber treu: Die Spieler kämpfen sich durch diverse Missionen, sammeln dabei jede Menge Beute ein, rüsten auf – und starten ins nächste Scharmützel. Wie schlägt sich der neue Sammelshooter im Test?

Spielinhalt

Postapokalyptische Szenarien bleiben bei Spieleentwicklern beliebt, und so auch bei The Division 2: Nach einer tödlichen Seuche sind die USA in Anarchie versunken. Der Spieler versucht als Mitglied einer Spezialeinsatztruppe, im heruntergekommenen und tödlich gefährlichen Washington D.C. für Recht und Ordnung zu sorgen. Dazu vertreibt er marodierende Banden von den Straßen und erlangt dabei zusätzliche Stärken (Fähigkeiten) und Waffen, die er in neuen Gefechten einsetzt.

Im Kern ist The Division 2 ein Online-Sammel-Shooter für Mehrspieler, das heißt, echte Spieler treffen sich online zu Einsätzen und Missionen, kämpfen sich in einer offenen Welt gegen diverse Gangs durch verwüstete Straßenzüge und rüsten sich dabei immer weiter auf. Wem dieses Konzept nicht schmeckt, kann sich durch eine umfangreiche Einzelspielerkampagne arbeiten, die ihn nicht nur an entlegene Orte des zerstörten Washingtons führt, sondern auch zu einstigen Sehenswürdigkeiten und geschichtsträchtigen Lokalitäten wie das Weiße Haus.

Sehen Sie hier den Trailer zu The Division 2:

Stärken

The Division 2 sieht berauschend schön aus: Die Entwickler haben mit großem Aufwand und viel Liebe Teile des echten Washington D.C. nachgebildet, und auch sonst kommt die bedrückende Atmosphäre einer geplünderten und in Anarchie versunkenen Stadt überzeugend rüber. Die vom Computer gesteuerten Gegner sind geschmeidig animiert und agieren meist ausgesprochen klug und hartnäckig. Wer nicht aufpasst, ist ruckzuck eingekreist und wird mit Granaten außer Gefecht gesetzt.

Die Einzelspielerkampagne liefert jede Menge Arbeit, zahlreiche Nebenmissionen und zufällig generierte Einsätze halten den Spieler in Atem. Es gilt, zahllose Kisten und Gegner zu finden und zu plündern, schließlich ist The Divison 2 ein so genannter Loot-Shooter mit Rollenspielelementen. Wesentlicher Spielinhalt stellt die Verbesserung der eigenen Spielfigur und der Ausrüstung dar.

Schwächen

An The Division 2 ist fast nichts auszusetzen – wenn man das Spielprinzip mag. Denn auch wenn die Einzelspielerkampagne überzeugend gestaltet ist, spürt der Spieler allenthalben: The Division 2 ist darauf ausgerichtet, dass sich Spieler online zusammenfinden und gemeinsam die Herausforderung bewältigen, Washington von marodierendem Gesocks zu säubern.

Das gilt auch für die Rollenspiel- und Loot-Elemente: Die Möglichkeiten, die eigene Figur zu gestalten, weiterzuentwickeln und mit immer besseren Waffen auszurüsten, sind zahl- und trickreich, Genrefans werden bestens bedient – wer das nicht mag, wird jedoch schnell die Geduld verlieren.

Grafisch ist The Division 2 eine Wucht – gelegentlich aufploppende Elemente und Texturen , die nachgeladen werden, verzeiht der Spieler gerne. Washington D.C. ist sehr realistisch nachgebildet, es macht Spaß, die Stadt ohne konkretes Ziel zu erforschen. Früher oder später kommt allerdings doch das Gefühl auf, dass sich verwüstete Straßenzüge und -gebäude ähneln – auch wenn das gar nicht der Fall sein muss. Letztlich verbringt der Spieler den Großteil der Zeit damit, sich hinter Autowracks, Mauern und anderen schützenden Dingen zu verschanzen.

Kleine und schwer lesbare Schriften in den immer mal wieder unübersichtlichen Menüs bleiben ein Ärgernis, das bei vielen Spielen auftaucht – auch bei The Division 2.

Fazit

Für sammelwütige Online-Multiplayer-Fans ist The Divison 2 wohl die neue Genre-Referenz. Wer als Einzelspieler Open-World-Spiele auf dem Niveau von GTA V und Red Dead Redemption 2 mag, kann bei The Division 2 bedenkenlos zugreifen. Wer eher die etwas leichter zugänglichen Far-Cry-Spiele zu seinen Lieblingen zählt, den mögen die zahlreichen Möglichkeiten, die das neue Spiel bietet, gelegentlich überfordern.

Tom Clancy’s The Divison 2 ist auf allen Konsolen und für den PC in der Grundversion für rund 50 Euro erhältlich.

Grafik 5 von 5 Punkten

Spielspaß 4 von 5 Punkten

Atmosphäre 4,5 von 5 Punkten

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