Tops und Flops bei der Herrenmode Was der Mann im Sommer trägt – und was nicht!

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Männer haben es in der warmen Jahreszeit ganz schön schwer. Je weniger Stoff, desto größer die Gefahr, völlig daneben zu liegen. Wir zeigen, was diese Saison geht und wovon man besser die Finger lassen sollte.

Tom Selleck alias Privatdetektiv Magnum wusste schon in den Achtzigerjahren, wie man bei der Arbeit Urlaubsfeeling ausstrahlt: Hawaiihemden waren seine Uniform. Die sind diesen Sommer wieder angesagt. Foto: picture-alliance / dpa/gms 7 Bilder
Tom Selleck alias Privatdetektiv Magnum wusste schon in den Achtzigerjahren, wie man bei der Arbeit Urlaubsfeeling ausstrahlt: Hawaiihemden waren seine Uniform. Die sind diesen Sommer wieder angesagt. Foto: picture-alliance / dpa/gms

Stuttgart - Während Frauen in den warmen Sommermonaten einfach Kleider und Sandalen anziehen, haben es Männer nicht so leicht. Kurzärmelige Hemden gehen nicht, kurze Hosen eigentlich auch nicht, zumindest nicht im Büro. Aber nicht verzagen, auch die Herrenmode wird immer vielfältiger und Klassiker werden neu interpretiert. Ob Chino (gerne auch als Shorts), Polohemd oder Weste – auch der Mann muss bei 36 Grad im Schatten keine Modesünden begehen. Wir haben drei Trends heraus gepickt, von denen man besser die Finger lassen sollte und sagen dafür, was in dieser Saison gut geht. Die Bilder dazu sehen Sie in unserer Bildergalerie.

Nicht unnötig polarisieren

Modeflops - Nackte Männerfüße gehören erstens in Socken (siehe auch unter Modehits) und zweitens in geschlossene Schuhe. Eine Ausnahme bilden Surfer und Bademeister. Oder diejenigen, die sich für ebensolche halten, wenn sie mit ihren Fünf-Euro-Flipflops im Freibad oder im Garten herum quietschen. Ansonsten rät die Geschmackspolizei im Sommer dringend zu leichten Leinensneakers, Slippern oder Espandrilles – ob im Büro oder in der Freizeit, ob mit pedikürten oder naturbelassenen Zehen. Auch hochwertig produzierte, vermeintlich edle Ledersandalen lenken nur kurzfristig von den Extremitäten ab, an denen sich seit jeher die Geister scheiden. Für die einen ist der Fuß eines der unschönsten Körperteile, für die anderen Fetisch. Man muss ja nicht unnötig polarisieren.

Nachfahren des Panamahuts

Mit dem Strohhut ist es wie mit dem Hipster-Bart: Man kann ihn nicht mehr sehen. Mit individueller Attitüde aufgeladen und dabei ein Massenprodukt, das es inzwischen im „Alles-für-zwei-Euro“-Regal im Supermarkt gibt – der Hut hat so einen Bart! Nicht nur im modischen Sinn: die Kopfdeckel sind Nachfahren des Panamahuts, ein Klassiker, den sich Theodor Roosevelt 1906 zur Besichtigung des Panama-Kanals aufsetzte. Also echt alt.

Noch etwas, was modisch nicht tot zu kriegen ist: die Cargohose. Das Klischee besagt, dass der Mann nicht gerne shoppen geht und seine Garderobe teilweise über Jahrzehnte immer wieder aufträgt. Das könnte der Grund sein, warum die meist unförmige, in altmodischen Tarnfarben gehaltene Cargoshorts jede Saison wie eine Bildstörung im Fernseher wirkt.

Und das kann man gut anziehen

Modehits - Zwei Klassiker finden in diesem Sommer den Weg zurück an die Oberkörper: das Poloshirt und das Hawaiihemd . Ersteres wirke „sportiver als Hemden und angezogener als Shirts“ sagt der Geschäftsführer des Deutschen Modeinstituts in Köln, Gerd Müller-Thomkins. In Kombination mit Anzug oder Blazer machen sie auch im Büro etwas her. In der Frottee-Variante, wie sie diesen Sommer angesagt ist, sollte man sie allerdings lieber nur beim Grillen oder im Urlaub tragen. Auch mit dem Tragen der stoffgewordenen Hommage an Tom Selleck und Jürgen von der Lippe sollte man behutsam vorgehen. Ein Hawaiihemd können nur solche Männer im Büro tragen, die das schon seit Jahren tun und sich damit bereits ein Alleinstellungsmerkmal gesichert haben. Alle anderen ziehen es am besten ausschließlich außerhalb der Bürozeiten an, Urlaubsfeeling garantiert.

Geschniegelt oder lässig

Was der Großvater schon lange weiß: Eine Weste ist ein schmuckes Kleidungsstück, das auch gut ohne Sakko auskommt. Während Opa eher auf die biedere Variante in Mausgrau oder beigem Strick setzt, trägt sie der junge Mann in Seidenoptik oder aus bunt-gemusterten Tweedstoffen. Ob geschniegelt mit Sakko und Einstecktuch oder lässig übers T-Shirt und zu Jeans – eine Weste zeugt fast immer von Stilbewusstsein.

Völlig von den Socken

Das wir das noch erleben dürfen: Die Socken feiern in dieser Saison ihre modische Befreiung aus der jahrelangen Verdammnis. Diejenigen, bei denen Funktionalität normalerweise vor Stil rangiert, können modisch auftrumpfen: Sogar die kurzen, weißen Sneakersocken finden eine neue Existenzberechtigung, zum Beispiel in Mokassins. Vor allem zelebrieren Designer wie zum Beispiel Marni, bunte, längere Socken im Rugbyspieler-Stil mit breiten Streifen. Wenn der linke und der rechte Strumpf dann noch unterschiedlich gestreift sind, gewinnt man in diesem Sommer garantiert den virtuellen Modehipster-Pokal. Obacht: auf keinen Fall in offenen Schuhen tragen (siehe rechts unter Modeflops).