Tote im Neckar Leiche im Neckar gibt der Kripo viele Rätsel auf

Von Wolf-Dieter Obst 

Der Fund eines weiblichen Leichnams im Neckar stellt die Kriminalpolizei vor manches Rätsel: Die Identität der Toten ist nur schwer zu klären. Womöglich gehört sie zu einem Vermisstenfall.

Nach dem Leichenfund: Polizisten suchen das Neckarufer bei Untertürkheim ab. Foto: SDMG
Nach dem Leichenfund: Polizisten suchen das Neckarufer bei Untertürkheim ab. Foto: SDMG

Stuttgart - Wer ist die Tote aus dem Neckar – und wie kam sie ums Leben? „Bisher kann man gar nichts ausschließen“, sagt Polizeisprecher Tobias Tomaszewski, „weder ein Tötungsdelikt noch einen Suizid noch einen Unfall.“ Zumindest bei der Todesursache könnte eine von der Staatsanwaltschaft angekündigte Obduktion weiterhelfen. Anders sieht es bei der Identität aus: Weil die Frau keine Papiere oder Gegenstände bei sich trug, ist weiterhin aufwendige kriminalistische Kleinarbeit angesagt.

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, war die Leiche der Frau bereits am Dienstag gegen 18.10 Uhr auf Gemarkung Bad Cannstatt oberhalb der Gaisburger Brücke im Neckar entdeckt worden. Passanten sahen den leblosen Körper und alarmierten die Polizei. Wasserschutzpolizei und Feuerwehr rückten aus und konnten die Leiche gegen 19.10 Uhr bergen. Allerdings erwiesen sich die anschließenden Ermittlungen als gar nicht so einfach.

Gibt es irgendwo am Ufer eine Hinterlassenschaft, die auf die Unbekannte hinweisen könnte? „Mehrere Polizeibeamte haben am Mittwoch die beiden Ufer flussaufwärts abgesucht“, erklärt Tomaszewski. Dabei erreichten sie am Nachmittag das Inselbad in Untertürkheim, etwa zwei Kilometer vom Fundort entfernt.

Bringt ein DNA-Vergleich die heiße Spur?

Über Ergebnisse war zunächst nichts zu erfahren. Auch die Frage, wie lange die Tote bereits im Wasser trieb, ist noch unklar.

Beim letzten Fall einer Wasserleiche im Rohrer Feuersee im Stadtbezirk Vaihingen war alles einfacher: Der Betroffene, der Anfang September im Teich ertrunken war, hatte seine Sachen unmittelbar am Ufer abgelegt. Es handelte sich um einen 66-Jährigen, der in der Nacht zuvor ohne fremdes Verschulden zu Tode gekommen war.

Während sich Gerichtsmediziner auf die Suche nach Fremdeinwirkungen an der Leiche machten, nahmen Kripobeamte die Vermisstenfälle aus der Region Stuttgart unter die Lupe. Am Donnerstag hofft man auf ein Ergebnis eines DNA-Vergleichs. Im August hatte auf diese Weise der Vermisstenfall einer 54-jährigen Frau aus Ludwigsburg geklärt werden können, deren Leichnam am Wasserkraftwerk in Marbach gefunden worden war.

Im jüngsten Fall bittet die Kripo um Hinweise an Telefon 07 11 / 89 90 - 57 78.




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