Tourismus in Stuttgart Die Kesselstadt ist bei Touristen so beliebt wie nie

Von Frank Rothfuß 

Im Jahr 2018 sind so viele Besucher wie nie zuvor nach Stuttgart gekommen. Wir zeigen im Überblick, woher die meisten Gäste kommen und wie viel Geld Touristen bei uns liegen lassen.

Ein Mann genießt die Aussicht vom Birkenkopf auf den Stuttgarter Talkessel und das Umland. Foto: dpa
Ein Mann genießt die Aussicht vom Birkenkopf auf den Stuttgarter Talkessel und das Umland. Foto: dpa

Stuttgart - Diese Stadt richtig zu erleben, bedeutet harte Arbeit. Am schönsten präsentiert sie sich nun mal von oben, wer die Blicke schweifen lassen möchte muss die Hänge des Kessels erklimmen, Stäffele für Stäffele. Keine andere Stadt in Deutschland hat solche Ausblicke zu bieten, folglich wirbt Stuttgart Marketing dieses Jahr auch mit dem Thema „Aussichten“ um Gäste. Damit noch mehr kommen als voriges Jahr. Ein Überblick.

Wie viele Gäste kamen?

Noch nie verzeichnete Stuttgart so viele Übernachtungen wie 2018. 2 062 673 Besucher buchten 3 911 781 Übernachtungen. Das waren 22 000 Gäste mehr und 130 000 Übernachtungen mehr als 2017. In die Statistik gehen Übernachtungen in Häusern mit mehr als zehn Betten und auf dem Campingplatz ein.

Was kamen für Menschen?

„Wir haben einen starken Zuwachs von Gästen aus dem Ausland“, sagt Tourismuschef Armin Dellnitz. Hatten in den vergangenen Jahren die Angst vor Anschlägen und Terrorismus die Gäste gerade aus Asien ferngehalten, ist diese Furcht offenbar kein Thema mehr. 1 222 495 Übernachtungen entfielen auf Gäste aus dem Ausland, ein Plus von 6,1 Prozent. 2 689 286 Übernachtungen buchten Besucher aus Deutschland, ein Plus von 2,3 Prozent.

Aus welchen Ländern kamen die ausländischen Gäste?

Trotz eines leichten Rückgangs sind die US-Amerikaner immer noch die größte Gästegruppe, sie buchten 163 117 Übernachtungen. danach folgen die Schweizer mit 144 833 Übernachtungen vor den Briten mit 71 352 Übernachtungen. Deutlich zugelegt haben die Chinesen mit plus sechs Prozent auf 68 554 Übernachtungen, und die Inder mit plus 18 Prozent auf 45 473 Übernachtungen. Spannend scheint Stuttgart für die Nachbarn zu werden, Holländer, Franzosen, Polen, Österreicher legten zweistellig zu. Wie auch die Italiener, die besonders gerne zum Volksfest kommen.

Wie lief es in der Region?

Dort hat man eine Schallgrenze erreicht. In den Landkreisen Göppingen, Ludwigsburg, Esslingen, Böblingen und der Stadt Stuttgart verzeichnete man zusammen 2018 erstmals mehr als neun Millionen Übernachtungen, es waren genau 9 047 347, ein Plus von 314 844. Man konnte mit 4 478 368 knapp 80 000 Gäste mehr begrüßen. Für die Zunahme ist nicht nur Stuttgart verantwortlich. Im Landkreis Ludwigsburg betrug das Plus 7,3 Prozent, dort hatte man 1,1 Millionen Übernachtungen. Auch Esslingen legte um 5,9 Prozent auf 1,62 Millionen Übernachtungen zu. Dort macht sich die Nähe zur Landesmesse bemerkbar. Leichte Zuwächse hatten der Rems-Murr-Kreis um 1,6 Prozent auf 717 758 Übernachtungen. Und Böblingen um 1,7 Prozent auf 1,2 Millionen Übernachtungen. Sorgenkind bleibt der Kreis Göppingen. Dort gab es ein Minus von 1,7 Prozent, das sind 589 685 Übernachtungen.

Wie viele Hotelbetten gibt es?

In die Statistik fließen 172 Betriebe mit 21 504 Betten oder wie im Falle des Campingplatzes Stellplätze ein. Das ist ein Plus von 792. Die Auslastung betrug 50,3 Prozent. das ist etwas geringer als im Vorjahr mit 51,5 Prozent. In den kommenden Jahren sollen 3000 neue Betten hinzukommen. Mit vereinnahmt hat man hier das Hotel im Fellbacher Gewa-Tower und das zweite Mövenpick-Hotel am Flughafen.

Welche Probleme drohen?

Immer noch entfallen 70 Prozent der Übernachtungen auf Geschäftsreisende. Für Dellnitz ist klar: „Hustet die Wirtschaft, hustet der Tourismus.“ Apropos Atemprobleme. Die Diskussion um Feinstaub und Fahrverbote belaste das Image der Stadt, glaubt Dellnitz: „Ohne diese Diskussion hätten wir noch mehr Besucher.“

Was geben die Touristen aus?

Dazu gibt es eine Analyse vom August 2016. Demnach erzielt der Tourismus für die Region Stuttgart einen Umsatz von 5,1 Milliarden Euro im Jahr. Auf Stuttgart entfallen 2,7 Millionen Euro. Dazu tragen auch die Tagesgäste bei. Dies waren 2016 52 Millionen Menschen in Stuttgart, 100 Millionen in der Region. Legt man die Zuwächse der vergangenen beiden Jahre zugrunde, was laut Dellnitz realistisch ist, kommt man 2018 auf rund 55 Millionen Tagesgäste in Stuttgart und 106 Millionen in der Region. Im Schnitt geben Tagesgäste 35 Euro aus, die Übernachtungsgäste 200 Euro.

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