Traditionshaus am Ebnisee Ein Heizkraftwerk im Anflug

Das BHKW soll den jährlichen  Kohlendioxidausstoß um 40 Tonnen senken. Foto: Stoppel
Das BHKW soll den jährlichen Kohlendioxidausstoß um 40 Tonnen senken. Foto: Stoppel

Ein neues Blockheizkraftwerk soll den jährlichen Kohlendioxidausstoß des Naturpark-Hotels in Kaisersbach-Ebnisee um 40 Tonnen senken. Der Inhaber sagt, es handele sich um ein Pilotprojekt für den ganzen Rems-Murr-Kreis.

Rems-Murr/ Ludwigsburg: Martin Tschepe (art)
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Kaisersbach - Der Inhaber des Naturpark-Hotels am Ebnisee, ehemals das Romantikhotel Schassberger, spricht von „einem Pilotprojekt“ für den ganzen Rems-Murr-Kreis. Stefan Kötzschke zieht eine Kompaktkamera aus der Tasche – und dann schwebt es auch schon ein, das Pilotprojekt. Stefan Kötzschke drückt immer wieder auf den Auslöser, strahlt. Das Blockheizkraftwerk (BHKW) sieht indes weniger spektakulär aus als erwartet. Es ist gut verpackt, hat die Abmessungen eines größeren Kühlschranks, wiegt rund 700 Kilogramm und hängt an einem riesigen Autokran, der am Vormittag einen Gutteil der Landesstraße zwischen Althütte und Kaisersbach-Ebnisee blockiert.

In der ersten Dezemberwoche sei das BHKW betriebsbereit, erläutert Stephanie Haussmann von der Firma Haussmann Energietechnik. Sie hat das rund 60 000 Euro teure Wunderwerk der Technik, das Flüssiggas verfeuert und Strom und Wärme produziert, verkauft. Insgesamt investierten er und seine Frau Loredana für die Erneuerung der Energieversorgung des Traditionshauses rund 100 000 Euro, sagt Stefan Kötzschke. Wenn alles nach Plan laufe, dann amortisiere sich diese Investition bereits nach rund drei Jahren. Bis dato werden in dem Hotel riesige Mengen Heizöl verbrannt. Das neue Blockheizkraftwerk soll den Kohlendioxidausstoß jährlich um 40 Tonnen senken. Die Kötzschkes hoffen, dass sie mit dem Projekt Vorbild sein werden für andere Privatunternehmer.

Der Mann aus Schwäbisch Gmünd, der das Hotel mit 50 Zimmern, fünf Seminarräumen, einem Minischwimmbad und einer Tennishalle Anfang 2012 übernommen hat, ist ganz offenkundig sehr zufrieden. Mit der Anlieferung des neuen Heizkraftwerks, aber auch mit der Bilanz der ersten Jahre. „Wir haben den Break-even-Point schon in diesem Sommer erreicht“, sagt der Diplom-Ingenieur der Energietechnik. Auf deutsch: Das Hotel mache bereits Gewinne. Viele Kenner der Branche hätten 2012 erklärt, die Gewinnschwelle sei frühestens nach fünf Jahren zu erreichen.

Das Naturpark-Hotel punkte mit preiswerten Angeboten und werde von immer mehr Unternehmen gebucht – etwa von Daimler, Bosch, ZF und Kärcher. Die Auslastung der Zimmer betrage 77 Prozent. In das Gästebuch haben Menschen aus gut drei Dutzend Ländern geschrieben – etwa aus Indien und Südamerika. Zu den Spezialangeboten im Haus gehören die uralten Weine aus den 1920er-, 1930er- und 1940er-Jahren, die flaschenweise teils für knapp unter 100 Euro angeboten werden.




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