Trends von der Möbelmesse Köln 2020 So wohnen wir in Zukunft

Von Nicole Knaupp 

Jahr für Jahr trifft sich im Januar die Möbelbranche auf der Internationalen Möbelmesse in Köln, kurz: imm. Auch das Team von architare war vor Ort und auf der Suche nach den neuesten Wohntrends. Das sind die Highlights 2020.

Walter Knoll bringt mit Muud ein Sofa auf dem Markt, das für urbane und auch kleinere Grundrisse konzipiert ist.  Foto: Walter Knoll 18 Bilder
Walter Knoll bringt mit Muud ein Sofa auf dem Markt, das für urbane und auch kleinere Grundrisse konzipiert ist. Foto: Walter Knoll

Trend: Natürlicher wohnen

Die Sorge um das Klima beschäftigt derzeit viele Menschen. So war Nachhaltigkeit auch das Thema der diesjährigen Möbelmesse. Für viele Hersteller ist das jedoch nicht neu. Firmen wie zum Beispiel die Möbelmarke Walter Knoll aus Herrenberg, die auch die Einrichtungsexperten von architare in ihren Geschäften in Nagold und Stuttgart führen, produzieren schon seit vielen Jahren klimaneutral und zeigen, wie man mit möglichst wenig Material komfortable Designermöbel entwickeln kann. Neu ist, dass der Druck jetzt von Kundenseite kommt. Die Konsumenten betrachten heute nicht nur das Auto und das Handy, sondern auch die Möbel viel stärker unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit.

Storytelling kann zum Kaufargument werden

Das bedeutet, dass nicht nur das Möbel selbst, sondern auch die ökologische Geschichte „hinter“ dem Möbel interessant wird. Storytelling wird zu einem entscheidenden Instrument, denn eine Kaufentscheidung zwischen zwei ähnlichen Produkten könnte künftig zugunsten des Produkts mit der authentischeren Öko-Story ausfallen.

In Köln sah man dieses Jahr zudem noch mehr als in den letzten Jahren viele natürliche Materialien und Vollholz. Pflanzen waren auf vielen Messeständen wichtige Ausstattungselemente und werden in Zukunft bei der Gestaltung einer Wohnung eine wichtige Rolle spielen. Möbel mit einer hohen Designqualität versprechen ebenfalls einen nachhaltigen Effekt. So wird viel Wert auf die Wahl der Materialien gelegt, die möglichst langlebig sein sollen. Gleichzeitig spielen Möbelklassiker weiterhin eine wichtige Rolle, die von den Herstellern in neuen Farben und mit neuen Materialien aufgelegt werden.

Effizienter wohnen

Steigende Mieten und kleinere Wohnungen sorgen für einen erhöhten Bedarf an platzsparenden Möbeln. Viele der in Köln gezeigten Modelle zeichnen sich durch Effizienz aus und bieten die Möglichkeit einer Mehrfachnutzung: Sofas lassen sich mit ein paar einfachen Handgriffen in Betten verwandeln, Couchtische haben zusätzliche Stauraumlösungen.

Hinzu kommen Systemmöbel- und kompakte Einzelmöbellösungen, die auf unterschiedliche Raummaße anpassbar sind. Dabei eignen sich viele dieser Möbelsysteme sowohl fürs Mini-Apartment als auch fürs Loft und zeichnen sich durch eine moderne Ästhetik im Urban-Living-Style aus.

Der Garten wird zum zweiten Wohnzimmer

Auf der Suche nach weiterem Wohnraum werden der Garten, die Terrasse und der Balkon immer wichtiger. Die Verbindung mit der Natur wird nun auch zum integralen Bestandteil des Wohnens, und die Terrasse verwandelt sich in ein zweites Wohnzimmer. Mit dem Trend Indoor-Outdoor sind die Möbel für die Terrasse nicht nur witterungsbeständig und funktional, sie sind eigene Designobjekte, die sich, was Detailverarbeitung und Formschönheit betreffen, kaum noch von Möbeln für die Innenräume unterscheiden und genauso im Wohnzimmer wie auf der Terrasse stehen können.

Was sind die aktuellen Trendfarben?

Hat sich das Interior-Design in den letzten Jahren vornehmlich dunkel gezeigt – von Dunkelgrün und -blau bis hin zu schwarz – sieht man bei vielen Anbietern wieder häufiger die Farbe Weiß. Insgesamt zeigt die imm in Köln, dass die Einrichtungswelt wieder bunter wird. Dabei kann man nicht die eine Trendfarbe ausmachen. Einzelne Möbel und Accessoires zeichnen sich durch eine intensive Farbigkeit aus. Bei den Mustern findet man häufig florale Motive oder Pflanzen, die dem Trend Grüner Wohnen entsprechen.

Lust am Besser-Wohnen

Das Thema Wohnen scheint für viele Menschen in den letzten Jahren immer wichtiger geworden zu sein. Wohnen ist heute wie die Mode ein Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Viele prüfen daher genau, woran sie sich binden, und gucken lieber zweimal hin, bevor sie sich für ein Möbelstück entscheiden. So spielen die Materialherkunft, die Recyclingfähigkeit und die allgemeine Unbedenklichkeit in Bezug auf Natur und Klima eine wichtige Rolle.

Insgesamt zeigt die imm in Köln: Wir wollen besser wohnen: komfortabler, schicker, raumoptimierter, farbiger, smarter und nachhaltiger.

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