TVB Stuttgart Stark begonnen, stark nachgelassen

Neun Tore von Dominik Weiß reichen nicht zu einem Punktgewinn. Foto: Baumann
Neun Tore von Dominik Weiß reichen nicht zu einem Punktgewinn. Foto: Baumann

Der TVB Stuttgart unterliegt dem HC Erlangen. Während des Spiels gab einige Schlüsselszenen vor den 6120 Zuschauern in der fast ausverkauften Porsche-Arena zu sehen.

Sport: Joachim Klumpp (ump)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Stuttgart - Jürgen Schweikardt hat am Samstagmittag einen Abstecher zum Fußball gemacht. Der Geschäftsführer des TVB Stuttgart schaute im Gazi-Stadion bei den Stuttgarter Kickers vorbei. Dort sah er beim 1:1 gegen Kassel zwar nur zwei Tore, dennoch wäre er unter dem Strich mit einem Punkt zufrieden gewesen, wenn den sein Verein am Sonntag in der Handball-Bundesliga ergattert hätte. Denn wie der Nachbar im Fußball brauchen auch die Wild Boys jeden Zähler im Abstiegskampf. Doch am Ende gewannen die Gäste des HC Erlangen mit 27:24 (14:15), „weil wir es nicht geschafft haben, über 60 Minuten eine Topleistung zu zeigen“, wie der Trainer Markus Baur sagte.

Schlüsselszenen in der Porsche-Arena

Es gab einige Schlüsselszenen vor den 6120 Zuschauern in der fast ausverkauften Porsche-Arena. Die erste schon nach gut zehn Minuten, als sich Tobias Schimmelbauer ein hartes Foul gegen Nikolai Link erlaubte, das die Schiedsrichter nach kurzer Beratung mit Rot bestraften. „Das traf uns natürlich schon hart“, sagte Dominik Weiß, „obwohl wir den Ausfall zunächst gut verkraftet haben.“ Bei Weiß sahen wiederum die Franken Rot. Der Nationalspieler (9 Tore) strahlte – zusammen mit Michael Kraus (6) – von Beginn Selbstbewusstsein und Torgefahr aus. So waren die beiden maßgeblich an der 14:10-Führung nach 25 Minuten beteiligt. Doch dann die nächste Schrecksekunde: Ersatztorwart Dragan Jerkovic wollte bei einem Unterzahlspiel völlig unverständlich aufs Feld eilen, die Folge war ein Wechselfehler gepaart mit der nächsten Zwei-Minuten-Strafe, nachdem schon Michael Schweikardt draußen saß. Innerhalb kurzer Zeit war der komfortable Vier-Tore Vorsprung so flöten.

Nach der erneuten 19:17-Führung (43.) in der zweiten Halbzeit ging das Fehlerfestival weiter, es folgte ein 1:7-Lauf und Erlangen führte 24:20. Das war so etwas wie die Vorentscheidung, weil bei den TVB-Stützen (Kraus und Weiß trafen nach der Pause zusammen nur noch fünfmal) so langsam auch die Kräfte nachließen und sich mehr und mehr Unkonzentriertheiten einschlichen, die eine routinierte Mannschaft wie Erlangen gnadenlos ausnutzte. Zumal sie auch mehr Alternativen hatte.

Eine davon, der Ex-Göppinger Pavel Horak, warf in der Schlussphase vier einfache Tore. Jürgen Schweikardt weiß: „Wir haben nur eine Chance, wenn ein Großteil der Mannschaft an die Leistungsgrenze geht.“ Doch am Sonntag waren da zu viele Ausfälle, vor allem Felix Lobedank (1 Tor) im rechten Rückraum, aber auch Marian Orlowski, Simon Baumgarten oder Michael Schweikardt fanden nicht zur Normalform.

Markus Baur versprüht Optimismus

Wer also geglaubt hatte, dass nach dem souveränen Auswärtssieg beim Bergischen HC das Thema Klassenverbleib schnell zu den Akten gelegt werden kann, der musste sich eines Besseren belehren lassen. Immerhin: „Man hat gesehen, dass wir mit Teams von einstelligen Tabellenplätzen mithalten können“, macht Baur Mut. „Dann werden wir auch noch das eine oder andere Spiel gewinnen.“

Jetzt bleiben erst einmal zehn Tage Zeit bis MT Melsungen kommt – auch für die Rekonvaleszenten Can Celebi (Kurzeinsatz) und Djibril M’Bengue, um sich voll in die Mannschaft zu spielen. Gebraucht werden die beiden Linkshänder genauso dringend wie die Punkte. Und an Aschermittwoch müssten eigentlich schon deren zwei her, damit keine Katerstimmung aufkommt.

Unsere Empfehlung für Sie