TVB Stuttgart und Zigeunerinsel Warum die Handballer närrisch werden

Von Elke Rutschmann 

Seit einem Jahr pflegen Handball-Bundesligist TVB Stuttgart und die Gesellschaft Zigeunerinsel eine Kooperation. Gefeiert wird das mit einem besonderen Trikot.

Tschä-Hoi:  Jens Bauer (von links), Stefan Strauß, Patrick Zieker, Johannes Bitter, Martina Strauß Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Tschä-Hoi: Jens Bauer (von links), Stefan Strauß, Patrick Zieker, Johannes Bitter, Martina Strauß Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - In Köln und Mainz ist es längst eine lieb gewonnene Tradition, dass die Fußballprofis des 1. FC Köln und von Mainz 05 während der närrischen Tage jedes Jahr mit einem neu designten Trikot auflaufen. Fans und Spieler haben dabei gleichermaßen ihren Spaß – aber nur wenn auch die Ergebnisse stimmen. Warum sollte dieses Modell nicht auch beim Handball funktionieren? Bundesligist TVB Stuttgart wagt deshalb mit dem ältesten Stuttgarter Bürgerverein, der Gesellschaft Zigeunerinsel, ein spannendes Projekt: Am noch nicht genau terminierten Spieltag zwischen dem 6. und 9. Februar 2020 gegen Leipzig in der Porsche Arena werden die Stuttgarter Handballer mit speziell entworfenen Faschingstrikots auflaufen.

Zigeunerinsel ist beim Spiel gegen Leipzig dabei

Nachdem TVB-Geschäftsführer und Trainer Jürgen Schweikardt am Mittwoch auf der Empore der Scharrena einen Ein- und Ausblick auf die aktuellen Aktivitäten des Clubs gegeben hatte, präsentierten Feldspieler Patrick Zieker und Torwart Johannes Bitter die besonderen Trikots. Auf Bitters in Rot gehaltenem Oberteil ist der Uniformstil des Spielmannszuges abgebildet, auf Ziekers gelbem Outfit das Wappen der Zigeunerinsel. Vor dem Spiel gegen Leipzig wird die Zigeunerinsel im Foyer der Porsche Arena für Stimmung sorgen. Auf einer kleinen Showbühne werden die Tanzgarden auftreten, auch das Baronenpaar wird eine Singeinlage geben. Zudem können die Zuschauer im Vorfeld bereits ein sogenanntes Kombiticket erwerben, mit dem sie sowohl die Bundesligapartie als auch die Prunksitzung der Zigeunerinsel am 15. Februar im Beethovensaal der Liederhalle besuchen können.

Beide stehen für Heimat und Tradition

Seit einem Jahr verbindet Handball und Fasching die Kooperation. Es gibt zahlreiche Berührungspunkte. „Wir stehen beide für Heimat und Tradition, können Feiern, und die Zigeunerinsel hilft uns als Verein aus der Peripherie noch besser in Stuttgart Fuß zu fassen“, sagt Schweikardt. Jens Bauer, Vizepräsident bei der Zigeunerinsel, sieht die Chance, dass sich die Handballer für den Fasching erwärmen. „Gemeinsam mit dem TVB wollen wir ein attraktiveres Angebot unseren Jugendlichen anbieten und unser Netzwerk weiter ausbauen“, sagt Bauer.

Ein erster Austausch fand bereits statt. Beim Spiel der Wild Boys gegen den SC Magdeburg hatte der Spielmannszug einen Auftritt, die Trommler unterstützten die Profis auch während der Partie. Zudem gab es ein Training der Handballer mit der Tanzgarde der Zigeunerinsel. „Fast jeder Verein ist auf Kooperationen angewiesen. Durch die Zusammenarbeit mit der Zigeunerinsel gehen wir neue Wege und profitieren dabei von deren Netzwerk“, sagt Schweikardt und bekam von Bauer einen Faschingsorden überreicht. Darauf ein dreifaches Tschä-Hoi.

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