Umbau des Bahnhofs in Ditzingen Pläne für das Radhaus werden konkret

Von  

Lange haben die Stadträte über die Querung der Bahngleise diskutiert. Nun liegt ein neuer Vorschlag vor.

Der Aufzug bleibt bestehen, wird  aber  erweitert. Foto: factum/Granville
Der Aufzug bleibt bestehen, wird aber erweitert. Foto: factum/Granville

Ditzingen - Es hat nicht sollen sein. So sehr sie zu einem Hingucker werden sollte, so wenig wird die Brückenrampe am umgestalteten Ditzinger Bahnhof barrierefrei sein. Das ist das Ergebnis offenbar vieler Gespräche, welche das Stuttgarter Ingenieurbüro Knippers Helbig mit der Deutschen Bahn geführt hat. „Die Bahn sagt, dass die Neigung der Brücke unterschätzt werden kann“, sagte Thorsten Helbig am Dienstag im Ausschuss für Technik und Umwelt. Also müsse das Bauwerk entsprechend gestaltet sein. Er stellte den Stadträten den Vorentwurf für die Brücke und das Fahrradparkhaus, das Radhaus, vor.

Weil die Neigung der Rampe bis zu 9,6 Prozent beträgt – und damit die Grenze der für Barrierefreiheit geltenden sechs Prozent überschreitet – muss dies signalisiert werden. „Es muss erkennbar sein, dass sie nicht behindertengerecht ist“, sagt Helbig auf Nachfrage von Ulrich Steller (Grüne) , „und das kann man nur über Stufen machen“. Er ließ keinen Zweifel daran, über diese Vorgaben nicht mehr mit der Bahn diskutieren zu können. „Das ist die Logik, mit der wir umgehen müssen“ , sagte der Planer. Er lehnte damit auch den Vorschlag des Freien Wählers Horst Kirschner ab. Kirschner hatte statt Treppenstufen versetzte Schranken vorgeschlagen.

Die fehlende Barrierefreiheit sei „das Manko von Beginn an“, erinnerte die Grünen-Fraktionschefin Doris Renninger an die ersten Vorstellungen der Planung. Die Barrierefreiheit wird nun nur über die Aufzugsanlage zu erhalten sein, bestätigte der Bürgermeister Ulrich Bahmer.

Aufzug wird weder versetzt noch abgerissen

Der Aufzugsturm bleibt bestehen, auch wenn die Räte die störanfällige Anlage gerne – wenn nicht abgerissen – dann versetzt hätten. Doch in beiden Fällen hätte die Bahn eine viertel Million Euro verlangt.

Neben der Gestaltung der Brücke befassten sich die Räte an diesem Abend mit dem Fahrradparkhaus, dem Radhaus. Der Bürgermeister Bahmer warb dafür, es nicht in einem noch zu bauenden Geschäftsgebäude unterzubringen. Im Rat hatte es dazu vor knapp einem Jahr Stimmen gegeben, die Abstellplätze für Zweiräder dort zentral anzulegen. Die Fläche im Bauteil vier zu schaffen habe „viele Mängel“, gab Bahmer zu bedenken. Zudem entstünden im Untergeschoss Angsträume. Vor allem führte der Bürgermeister aber die Mietpreisvorstellungen des Investors an. Er verlangt laut Bahmer 12 Euro pro Platz, insgesamt kostete das die Stadt 80 000 Euro im Jahr. „Das ist eine Zahl, die wir etwas kritisch sehen.“

Dezentrale Radabstellplätze

Die Verwaltung legte nun einen Plan der Baldauf Architekten und Stadtplaner vor. Dieser weist vier Standorte für die insgesamt dann 240 Stellplätze aus, allein 120 im Radhaus. Damit will die Stadt die Zahl der Radplätze am Bahnhof verdoppeln. Bisher ist laut Baldauf am Knotenpunkt von öffentlichem Personennahverkehr und Individualverkehr Platz für 120 Räder.

Brücke und Radhaus zusammen werden laut Helbig 1,375 Millionen Euro kosten – im Rahmen eines Bahnhofsumbaus, der mit 15 Millionen Euro zu Buche schlägt. Der Gemeinderat hat kommende Woche das letzte Wort. Die Ausschussmitglieder empfahlen dem Rat jedoch einstimmig, den Vorentwurf weiter zu verfolgen.

In der Aussprache hinterfragte der Freie Wähler Bernhard Arzt, ob die Brücke ausreichend breit sei. Konrad Epple (CDU) sprach von einer guten Planung, wollte aber die Rutschgefahr im Winter gebannt wissen, da das Bauwerk nicht überdacht sein wird. Gerhard Siegle (CDU) wollte die Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger im Radhaus und auf der Brücke sichergestellt wissen, während Horst Ludewig (FDP) eine barrierefreie Verbindung in das Wohngebiet, das sogenannte „Fliegerviertel“ gewährleistet haben wollte.




Unsere Empfehlung für Sie