Unfälle mit Wildschweinen Wildschweine auf Autobahn unterwegs – mehrere Tiere verendet

Auswertungen des Tierfund-Katasters des Jagdverbandes durch Wissenschaftler der Uni Kiel zeigen: Der Oktober ist der Monat, in dem im Vergleich die meisten Rehe, Hirsche und Wildschweine (hier eine Bache mit ihren beiden Frischlingen in einem Berliner Park) sterben. Foto: Ingolf König-Jablonski/dpa
Auswertungen des Tierfund-Katasters des Jagdverbandes durch Wissenschaftler der Uni Kiel zeigen: Der Oktober ist der Monat, in dem im Vergleich die meisten Rehe, Hirsche und Wildschweine (hier eine Bache mit ihren beiden Frischlingen in einem Berliner Park) sterben. Foto: Ingolf König-Jablonski/dpa

Wieder hat es einen Unfall mit Wildschweinen auf einer Autobahn gegeben. Der Deutsche Jagdverband ermittelt jährlich zwischen 200 000 und 250 000 Kollisionen mit Hirschen, Wildschweinen oder Rehen. Die Dunkelziffer liegt jedoch vermutlich fünf mal so hoch.

Leben: Markus Brauer (mb)

Dortmund - Mehrere Wildschweine sind in der Nacht zum Freitag auf der Autobahn 1 bei Zusammenstößen mit einem Lastwagen und einem Auto verendet. Einige Tiere aus der Rotte hätten überlebt und seien geflüchtet, sagte ein Polizeisprecher.

Die A 1 zwischen Schwerte und Kreuz Dortmund/Unna war in Fahrtrichtung Bremen kurzzeitig voll gesperrt. Auch am frühen Morgen sei wegen weiterer Aufräumarbeiten zunächst lediglich der rechte Fahrstreifen befahrbar. Zunächst hatte das WDR-Verkehrsstudio über den Vorfall berichtet.

Wildunfälle im Herbst am häufigsten

Verkehrsunfälle mit Wildschweinen sind gerade im Herbst recht häufig. Im Herbst, ebenso wie im Frühjahr, steigt die Wahrscheinlichkeit stark an, dass es auf den Straßen zu Wildunfällen kommt. Besonders häufig und wegen der Schwere der bis zu 200 Kilogramm wiegenden Tiere besonders gefährlich sind Zusammenstöße mit Wildschweinen.

Da es immer mehr Wildschweine gibt, steigt auch entsprechend auch die Zahl der Unfälle. Dass sich Tiere auf die Autobahn verirren, ist allerdings eher selten, da Autobahnen durch Zäune gesichert sind.

Von Oktober bis Dezember und April bis Mai ist das Risiko am höchsten. Das zeigen Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Zum Jahresende hin komme es etwa zu vielen Unfällen mit Hirschen. 2018 (aktuellere Zahlen liegen nicht vor) haben die Autoversicherer um die 268 000 Wildunfälle registriert, 7000 weniger als im Vorjahr. Der Jagdverband spricht von mehr als 200 000 bis 250 000 Kollisionen pro Jahr.

Fünf Tonnen Kraft bei Zusammenprall mit Hirsch

Auswertungen des Tierfund-Katasters des Jagdverbandes durch Wissenschaftler der Universität Kiel zeigen: Der Oktober ist der Monat, in dem im Vergleich die meisten Rehe, Hirsche und Wildschweine sterben. Das ist ein Ergebnis der Analyse von 19 800 zwischen September 2017 und August 2019 gemeldeten Wildtierunfällen.

Nicht für die Tiere kann ein Zusammenstoß schlimme Folgen haben. Rammt das Auto mit 60 Stundenkilometern einen Rothirsch, wirkt eine Kraft von fünf Tonnen auf die Karosserie, erklären der Automobil-Club Verkehr (ACV) und der Jagdverband. Sie haben eine Kampagne gestartet, um Wildunfälle zu vermeiden.

Der wichtigste Tipp lautet dennoch: Nicht waghalsig ausweichen, wenn plötzlich ein Tier auf der Straße auftaucht. Ein Zusammenstoß sei meist nicht so gefährlich wie eine Kollision mit dem Gegenverkehr oder einem Straßenbaum, erklärt der Tüv Rheinland. Stark bremsen und das Lenkrad festhalten ist also die korrekte Reaktion.

Generell gilt: Lieber etwas langsamer fahren, ausreichend Abstand halten und den Straßenrand im Blick haben. Steht in der Ferne ein Reh oder ein Wildschwein in Fahrbahnnähe, bremsen Autofahrer idealerweise ab und hupen. Fernlicht dagegen verschreckt die Tiere.




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