Unfall A 81 bei Mundelsheim Tödliche Falle Fahrbahnrand

Von Wolf-Dieter Obst 

Wer nicht wirklich muss, sollte wohl niemals am Fahrbahnrand einer Autobahn anhalten – oder sich zumindest sofort in Sicherheit bringen. Das lehrt auch dieser schlimme Unfall.

Auf der A81 ist eine Frau gestorben. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat 8 Bilder
Auf der A81 ist eine Frau gestorben. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat

Stuttgart - Am frühen Montagmorgen kam es auf der Autobahn 81 bei Mundelsheim (Kreis Ludwigsburg) zu einem schweren Unfall, bei dem eine Frau starb. Wie die Polizei mitteilt, hatte die Frau am rechten Fahrbahnrand des Baustellenbereichs in der Nähe des Rastplatzes Kälbling gehalten – offenbar hatte sie eine Panne. Als sie aus ihrem Wagen stieg, wurde sie zunächst von einem Lastwagen erfasst und anschließend von einem nachfolgenden Auto überrollt. Die leblose Frau konnte von den eingetroffenen Rettungskräften nicht mehr reanimiert werden. Nun soll ein Gutachter den genauen Unfallhergang nach der Panne ermitteln.

Polizisten hechten über die Leitplanke

Eigentlich gilt bei Pannen am Fahrbahnrand: Warnweste anziehen und hinter der Leitplanke in Sicherheit bringen. Unfälle dieser Art häufen sich. Anfang Februar gab es an der Ausfahrt der B 313 Wendlingen/Köngen-Nord (Kreis Esslingen) einen Schwerverletzten, als ein 39-jähriger Autofahrer ungebremst einen abgestellten Lkw-Anhänger auf dem Verzögerungsstreifen rammte. An Weihnachten 2018 mussten sich zwei Polizisten mit einem Sprung über die Leitplanke retten, als ein 25-jähriger Autofahrer an einer Unfallstelle auf der A 8 bei Rutesheim (Kreis Böblingen) auf den Standstreifen schleuderte.

Überhaupt gab es 2018 eine Reihe spektakulärer Unfälle mit Pannenfahrzeugen. Reichlich Glück hatte ein 51-jähriger Abschlepper, der im September auf der A 8 zwischen Esslingen und Plieningen ein Pannenfahrzeug aufladen wollte, als ein Transporterfahrer das Abschleppfahrzeug seitlich rammte. Im Juni wurde auf der A 8 auf Höhe der Rastanlage Sindelfinger Wald ein noch auf dem Standstreifen rollendes Pannenauto, in dem eine fünfköpfige Familie saß, von einem alkoholisierten Autofahrer gerammt. Drei Kinder wurden schwer verletzt.

Auch Pannenhelfer schweben in Gefahr

Von gefährlichen Situationen kann der Leiter der ADAC-Pannenhelfer in Württemberg, Michael Prelop, ein Lied singen. Seine 125 Fahrer sind daher zusätzlich mit Leuchten, Lampen und Pylonen ausgestattet. Besonders gefährlich seien Lkw, so Prelop, die im Windschatten des Vordermanns in der Kolonne fahren und gar keine Sicht auf ein havariertes Fahrzeug an der Seite haben. Auch der Sog der vorbeifahrenden Lkw werde oft unterschätzt. ADAC-Pannenhelfer setzen die Fahrer von Pannenautos gerne als Wachposten hinter der Leitplanke ein.

„Ganz wichtig ist es, rational zu handeln, schon beim Ausrollen mit Warnblinker die richtige Stelle zum Anhalten anzusteuern und den Verkehr von hinten zu beobachten“, rät ADAC-Sprecher Reimund Elbe. Die Insassen sollten von der Fahrbahn weg aussteigen und sich mit Warnweste hinter die Leitplanke begeben. Das Warndreieck sollte auf Autobahnen 150 Meter entfernt aufgestellt werden. Wer auf eine Pannenstelle zufahre, sollte den Fuß vom Gas nehmen, so Elbe: „Man weiß nie, ob da noch verlorene Teile herumliegen“, so der ADAC-Sprecher, „oder plötzlich ein Hund oder ein Mensch unerwartet über die Fahrbahn rennen.“

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