Unitymedia Der Kabelanschluss wird deutlich teurer

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Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia verlangt künftig 20,99 Euro pro Monat für den Einzelanschluss. Für die Nutzer stellt sich nun die Frage, ob sie mit Alternativen womöglich besser dran sind.

Bei Unitymedia kostet der Kabelanschluss künftig 20,99 Euro pro Monat. Foto: AP
Bei Unitymedia kostet der Kabelanschluss künftig 20,99 Euro pro Monat. Foto: AP

Stuttgart - Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia erhöht die Preise für die Nutzung des Kabelanschlusses. Vom 1. März an beträgt der Preis für einen Einzelnutzer 20,99 Euro pro Monat; das sind elf Prozent mehr als bisher. Zuletzt hatte das Unternehmen die Preise im Jahr 2014 von 17,90 Euro auf 18,90 Euro erhöht. Der Preis für sämtliche Anschlüsse in einem Mehrfamilienhaus, der zunächst einmal den Eigentümern in Rechnung gestellt wird, bleibt unverändert. Nach Angaben eines Sprechers wurden bereits in der Vergangenheit Anpassungen vorgenommen.

Das Unternehmen, das in Baden-Württemberg (früher: KabelBW), Nordrhein-Westfalen und Hessen tätig ist, schreibt zur Begründung auf Anfrage, dass die Kosten bei Unitymedia wie bei den meisten Dienstleistern gestiegen seien, insbesondere in den Bereichen Personal- und Betriebskosten sowie bei den Urheberrechtsentgelten. Die Kunden wurden teilweise bereits individuell über die Preiserhöhung informiert; andere werden noch benachrichtigt. Kunden, die mit der Preisanpassung nicht einverstanden sind, können ihren Vertrag innerhalb von sechs Wochen ab Erhalt des Schreibens mit Wirkung zum Ablauf des 29. Februar kündigen.

Kritische Kommentare im Internet

Kunden, die bereits über die Erhöhung informiert sind, kommentieren den Schritt von Unitymedia in entsprechenden Foren im Internet kritisch. Karin Thomas-Martin, die bei der Verbraucherzentrale Banden-Württemberg für Telekommunikation zuständig ist, hält sich da zurück. Mangels Einblick in die Kalkulation, so sagt sie, lasse sich nicht beurteilen, ob die Erhöhung und ihr Umfang gerechtfertigt ist oder nicht.

Sie richtet den Blick auf die Frage, welche Alternative sich dem Kunden bietet. Mit dem Kabelanschluss verknüpft ist zunächst einmal nur der Fernsehempfang. Nach Ansicht von Karin Thomas-Martin ist deshalb klar, dass es auch ein Sonderkündigungsrecht für Fernseh-Zusatzverträge gibt, zum Beispiel für den Empfang von HD-Sendern. Als TV-Alternative kommen dann in der Regel nur die Satellitenschüssel oder das Internet in Frage. Wer via Kabel ins Internet geht oder telefoniert, braucht aber keinen Vertrag über die Nutzung des Kabelanschlusses.

Unitymedia wirbt für das eigene Angebot mit dem Hinweis auf hohe Investitionen ins Kabelnetz, mit denen den Kunden langfristig der höchste technische Standard der Multimediaversorgung geboten werden soll. So hat das Unternehmen nach eigenen Angaben zuletzt vor allem auf die steigende Nachfrage nach einem TV-Empfang in HD-Qualität reagiert und das Angebot ausgebaut. Gegenwärtig stehen bis zu 64 HD-Sender zur Verfügung. Hinzu kommen weitere Digitalprogramme, ein Pay-TV-Angebot, die Videothek, die TV- und Medienplattform Horizon sowie Fernsehen auf Smartphone oder Tablet. Stark beworben wird auch das kombinierte Angebote von Fernsehen, Internet und Telefon über das Kabel („Triple Play“).

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