Urteil im Paradise-Prozess „Keiner kann mehr sagen: ‚Ich weiß nicht, was in Bordellen passiert’“

Von und Siri Warrlich 

Der Mammutprozess um das Paradise-Bordell auf den Fildern geht zu Ende. Warum das Urteil Signalwirkung haben könnte und wie das Verfahren den Blick auf Prositution in Deutschland verändert, erklärt unsere Autorin Hilke Lorenz im Video.

Stuttgart - Es war ein Mammutprozess. Lange wurde sein Ausgang mit Spannung erwartet. Nun ist auch das Verfahren um das Paradise, das vermeintliche Vorzeigebordell auf den Fildern, am 56. Verhandlungstag mit einem bisher einmaligen Urteil zu Ende gegangen.

Warum hat das Urteil Signalwirkung?

Das Landgericht Stuttgart verurteilte den Paradise-Chef Jürgen Rudloff wegen Beihilfe zum Menschenhandel, Zuhälterei und Investorenbetrugs zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Der Marketing- und Pressechef des Klubs, Michael Beretin, muss für drei Jahre und drei Monate in Haft. Rudloffs Steuerberater, der sich für die Verträge mit den Investoren und die Buchhaltung verantwortlich zeichnete, geht mit einer zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe in Höhe von einem Jahr und vier Monaten nach Hause.

StZ-Exklusivautorin Hilke Lorenz war an fast allen Prozesstagen im Landgericht mit dabei. Warum das Urteil Signalwirkung haben könnte und wie es bundesweit den Blick auf Prostitution in Deutschland verändern düfte, erklärt Lorenz im Video.

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