US-Einwanderungspolitik Melania Trump gegen Familientrennung bei Migranten

Von red/AP 

Während sich Donald Trump, die Republikaner und die Demokraten über Einwanderungsreformen streiten, wächst das Leid an der US-Grenze zu Mexiko. Melania Trump ruft die Politik zum Handeln auf.

Melania Trump hat sich in den Flüchtlingsdebatte eingeschaltet. Foto: AP
Melania Trump hat sich in den Flüchtlingsdebatte eingeschaltet. Foto: AP

Washington/McAllen - Die First Lady der USA, Melania Trump, hat in der US-Flüchtlingsdebatte zu mehr Mitgefühl aufgerufen. Mit Blick auf Dutzende Kinder, die im Süden der Vereinigten Staaten getrennt von ihren Eltern festgehalten werden, ließ sie mitteilen, die USA sollten ein Land sein, das „mit Herz regiert“. Ihre Sprecherin Stephanie Grisham erklärte, Trump „hasse es, Kinder getrennt von ihren Familien zu sehen“. An die US-Politik gewandt hieß es, sie hoffe, auf beiden Seiten am Verhandlungstisch werde man gemeinsam zu einer erfolgreichen Einwanderungsreform finden.

Justizminister Jeff Sessions hatte eine „Null-Toleranz“-Politik angeordnet, die die strafrechtliche Verfolgung eines jeden Falls zum Ziel hat und damit auch aus Lateinamerika zugewanderte Familien betrifft, da die Eltern so letztlich abseits der Kinder in Gefängnissen untergebracht werden könnten. In einem Zeitraum von sechs Wochen im April und Mai wurden fast 2000 Kinder von ihren Eltern getrennt.

Reporter beschreiben Unterkünfte als Käfige

Der US-Grenzschutz machte am Sonntag eine Unterkunft im Süden von Texas für Journalisten zugänglich. Rund 200 Menschen darin waren unbegleitete minderjährige Migranten, weitere 500 „Familieneinheiten“ aus Eltern und Kindern. Familien mit Minderjährigen unter fünf Jahren sei es in den meisten Fällen erlaubt, zusammenzubleiben, sagte der Grenzschutzchef im texanischen Rio Grande Valley, dem südlichsten Zipfel von Mexiko. Dort versuchen die meisten Migranten, illegal in die USA zu gelangen.

Reporter beschrieben die Unterkünfte als durch Metallzäune erschaffene Käfige. In einem seien 20 Kinder untergebracht gewesen, Wasserflaschen und Chipstüten hätten herumgelegen. Den Journalisten war es nicht erlaubt, mit den Betroffenen zu sprechen.

Menschenrechtsaktivisten sprachen zum Teil von verheerenden Zuständen. Michelle Brané von der Gruppe Women’s Refugee Commission berichtete von einer 16-Jährigen, die sich mehrere Tage lang um ein ihr unbekanntes Kleinkind kümmerte und anderen Kindern beibrachte, wie man Windeln wechselt. Erst nachdem ein Anwalt Fragen gestellt hätte, seien das Kleinkind und dessen Tante wiedervereint worden.




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