US-Präsident spottet über Kältewelle Trump wünscht sich mehr Erderwärmung

Von  

Neues von Donald Trump: Diesmal spottet der Präsident angesichts des massiven Kälteeinbruchs im Norden der USA über die weltweiten Warnungen vor dem Treibhaus-Effekt. Auch die Medien werden nicht verschont.

Chelse Volgyes versucht in Erie (Pennsylvania), die Schneemassen von ihrem Auto zu entfernen. Foto: AP
Chelse Volgyes versucht in Erie (Pennsylvania), die Schneemassen von ihrem Auto zu entfernen. Foto: AP

Washington - Im Norden der Vereinigten Staaten wie dem Bundesstaat Pennsylvania friert und schneit sozusagen die Hölle zu – und Präsident Donald Trump macht sich darüber lustig. Wieder einmal lästert er über den Klimawandel. „Im Osten könnte es der KÄLTESTE jemals registrierte Silvesterabend werden“, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Vielleicht könnten wir ein bisschen von dieser guten alten Erderwärmung gebrauchen, für die unser Land, aber nicht andere Länder, BILLIONEN VON DOLLAR zahlen sollte, um sich davor zu schützen. Zieht Euch warm an!“, twitterte der Präsident.

Schon im Wahlkampf 2016 hatte Trump den Klimawandel als Erfindung der Chinesen bezeichnet, die nur den USA damit schaden wollten. Im Juni dieses Jahres kündigte er den Ausstieg seines Landes aus dem Pariser Klimaabkommen an, das die USA unter Präsident Barack Obama unterzeichnet hatten. Es sei unfair und schädlich für die US-Wirtschaft – insbesondere für den Kohlebergbau und die Erdgasindustrie, so Trump. Die Staatengemeinschaft hatte sich 2015 in Paris darauf verständigt, die Erderwärmung nach Möglichkeit auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Zudem hat sich Trump mit Klimaskeptikern in seinem Beraterteam umgeben.

Mehrere US-Staaten machen die frostigsten Wintertage seit Jahrzehnten durch. Hinzu kommen zum Teil heftige Schneefälle. In New York müssen sich die Menschen bei der traditionellen Silvesterfeier auf dem Times Square auf die niedrigsten Temperaturen zur Jahreswende seit einem halben Jahrhundert einrichten.

Die Empörung über Trumps Tweet folgte umgehend: „Wetter ist nicht dasselbe wie Klima“, twitterte die demokratische US-Abgeordnete Pramila Jayapal. „Der Präsident sollte in der Lage sein, das zu verstehen. Es ist nicht so schwierig.“

„Glauben Sie es oder nicht, der globale Klimawandel ist sehr real, auch wenn es jetzt gerade kalt außerhalb des Trump Towers ist“, schrieb der Chef der Akademie der Wissenschaften in Kalifornien, Jon Foley, auf Twitter. „So wie es immer noch Hunger auf der Welt gibt, auch wenn Sie gerade einen Bic Mac gegessen haben.“

Bei seinem kleinen verbalen Feuerwerk kurz vor Silvester erhebt sich Trump zudem noch mal über die Medien. Er werde erfolgreich sein und 2020 wiedergewählt werden, weil es dem Land wieder gut zu gehen beginne und es wieder respektiert werde, sagte er in einem Interview der „New York Times“.

Ein anderer Grund sei der, dass „die Zeitungen, das Fernsehen, alle Arten von Medien untergehen werden, wenn ich nicht da bin, denn ohne mich werden ihre Einschaltquoten den Bach heruntergehen“, so Trump. „Daher müssen sie mich im Prinzip gewinnen lassen. Und früher oder später, wahrscheinlich sechs Wochen vor der Wahl, werden sie mich lieben, weil sie sagen, „bitte, bitte verliere nicht, Donald Trump“.

Offenbar lautet seine Devise angesichts der diesjährigen Verluste an Ansehen und Glaubwürdigkeit für das neue Jahr: Make Trump great again!




Unsere Empfehlung für Sie