US-Zeitungen gegen Trump Höchste Zeit für Widerspruch

Von Karl Doemens 

Viele US-Blätter heben in einer gemeinsamen Aktion den Wert der Pressfreiheit beschworen. Doch die Saat der Ausfälle von US-Präsident Trump trägt Früchte, kommentiert Karl Doemens.

Hasst die freie Presse: Us-Präsident Donald Trump. Foto: AFP
Hasst die freie Presse: Us-Präsident Donald Trump. Foto: AFP

Washington - Stoppt den Krieg gegen die freie Presse!“, fordert der Philadephia Inquirer. „Die wahren Feinde des Volkes versuchen, die Wahrheit durch die Verunglimpfung und Dämonisierung des Boten zu ersticken“, schreibt der Des Moines Register. Und der Elizabethtown Advocate warnt, die Verfassungsgarantie der Meinungsfreiheit könne „bald so wertlos sein wie in der Sowjet-Verfassung von 1936.“

Starke Worte. Eine starke Botschaft war auch, dass 350 Zeitung in Leitartikeln eindringlich für die Pressefreiheit warben – nicht in Russland oder China, sondern in den Vereinigten Staaten von Amerika. „Feinde des Volkes“ nannte Stalin einst Dissidenten, die dann in Arbeitslagern verschwanden. So verunglimpft Donald Trump nun die freie Presse. Es war also höchste Zeit für entschiedenen Widerspruch. Doch es ist in höchstem Maße deprimierend, dass die angegriffenen Medien selbst aufstehen müssen, um die Meinungsfreiheit zu verteidigen. Für jedes Minderheitenrecht gibt es zu Recht öffentliche Demonstrationen. Warum nicht für diesen Grundpfeiler der Demokratie? Und die sogenannten Republikaner sind sie längst zu einem Wahlverein verkommen. 85 Prozent der konservativen Wähler glauben, dass die Presse dem Land schade. Trumps Zerstörungswerk ist dramatischer fortgeschritten, als viele glauben.