Der frühere brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat in den USA ein sechsmonatiges Visum beantragt. Der rechtsradikale Politiker war Ende Dezember nach Florida gereist, wo er sich bis heute aufhält.

Der frühere brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat einen Monat nach dem Ende seiner Amtszeit in den USA ein sechsmonatiges Visum beantragt. Das bestätigte am Montag die auf Visums-Angelegenheiten spezialisierte US-Anwaltskanzlei AG Immigration. Der rechtsradikale Politiker ist in seiner Heimat wegen der Erstürmung des Präsidentenpalastes in der Hauptstadt Brasília durch Bolsonaro-Anhänger im Visier brasilianischer Ermittler.

 

Der abgewählte Bolsonaro war Ende Dezember zum Ablauf seiner Amtszeit in den US-Bundesstaat Florida geflogen, an der Amtseinsetzung seines Nachfolgers Luiz Inácio Lula da Silva nahm er entgegen der Tradition nicht teil. Am 8. Januar stürmten dann hunderte Bolsonaro-Anhänger in Brasília den Präsidentenpalast, das Kongressgebäude und den Sitz des Obersten Gerichts.

Bolsonaro soll sich in Florida aufhalten

Dabei entlud sich ihr Zorn über den Wahlsieg des linksgerichteten Lula, der sich in einer Stichwahl knapp gegen Bolsonaro durchgesetzt hatte und seit Jahresbeginn im Amt ist. Von dem Angriff auf den Präsidentenpalast distanzierte sich Bolsonaro später. Gleichzeitig wies er jede Verantwortung dafür zurück.

US-Parlamentarier riefen Präsident Joe Biden als Reaktion auf die Gewalt in Brasília auf, Bolsonaro sein Visum zu entziehen. Bolsonaro soll sich mit einem Diplomatenvisum in Florida aufhalten, das aber am Dienstag verfällt.