USSF Plant symbolträchtigen Schritt US-Fußballverband will Nationalspielern Kniefall bei Hymne erlauben

Von red/SID 

Die Fußball-Nationalspieler und Nationalspielerinnen der USA waren bislang dazu verpflichtet, bei der US-Hymne zu stehen. Das könnte sich nun aber ändern. Hintergrund sind die Proteste gegen Rassismus.

US-Nationalspielerin Megan Rapinoe kniet vor einem Länderspiel gegen die Niederlande. Foto: dpa/John Bazemore
US-Nationalspielerin Megan Rapinoe kniet vor einem Länderspiel gegen die Niederlande. Foto: dpa/John Bazemore

Washington - Im Zuge der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA plant der nationale Fußballverband USSF einen symbolträchtigen Schritt. Demnach soll den US-Nationalspielern künftig bei der Hymne vor Länderspielen ein Kniefall erlaubt werden. Bislang sind sie verpflichtet, während der Hymne zu stehen. Ein Sprecher des Verbandes bestätigte entsprechende Überlegungen.

Die US-Fußballerinnen forderten die USSF in einer ersten Reakion auf, sich bei ihren schwarzen Spielerinnen zu entschuldigen. „Wir sind der Meinung, dass der Verband die ‚Hymnen-Regularien’ sofort aufheben und eine Erklärung veröffentlichen sollte, in der der Verband einräumen soll, dass die Regelung bei ihrer Verabschiedung falsch war. Und der Verband sollte sich bei unseren schwarzen Spielern und Anhängern entschuldigen“, hieß es in einer Erklärung der.

Abstimmung möglicherweise am Freitag

Am Dienstag soll sich der Vorstand des Verbandes in einer Videokonferenz zusammenschalten und darüber beraten, eine Abstimmung könnte am Freitag erfolgen. Bei einem Votum für die Änderung würde diese sofort in Kraft treten, sie wäre allerdings zunächst nur knapp ein Jahr gültig.

Der Schritt wäre umso bemerkenswerter, da die Hymne in den USA als besonderes Symbol für den Respekt gegenüber dem Land gilt. Der frühere Footballstar Colin Kaepernick war 2016 mehrfach bei der Hymne auf das Knie gegangen, um schon damals gegen Gewalt gegen Schwarze zu demonstrieren. Der damalige Spieler der San Francisco 49ers war am Saisonende 2016 entlassen worden und fand seitdem kein neues Team. Der Quarterback begründete dies mit seinem Protest.

Nach dem gewaltsamen Tod des Amerikaners George Floyd infolge eines Polizeieinsatzes zuletzt in Minneapolis war es landesweit zu Protesten gegen Rassismus und teils gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen.




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