Veganer gegen Fleischesser Micky Beisenherz greift Andreas „Bär“ Läsker an

Der vegane Kritiker Andreas „Bär“ Läsker ist jetzt selbst in der Kritik. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Der vegane Kritiker Andreas „Bär“ Läsker ist jetzt selbst in der Kritik. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Der Stuttgarter Veganer-Vorkämpfer Andreas „Bär“ Läsker hat Frank Zander für eine Benefizaktion kritisiert, als dieser in Berlin 3000 Obdachlose mit Gänsekeulen bekochte. Jetzt kontert Micky Beisenherz.

Digital Unit : Sascha Maier (sma)
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Stuttgart/Berlin - Nein, konfliktscheu ist er wirklich nicht, der Andreas „Bär“ Läsker, seineszeichens Manager der Fantastischen Vier, Betreiber des veganen Imbiss Xond in der Altstadt und flammender Vorkämpfer für das Veganertum. Letztere Tätigkeit lebt er besonders direkt auf seiner Facebook-Seite aus. Womöglich hat er mit seiner jüngsten Aktion dort den Bogen aber etwas überspannt: Läsker kritisierte eine Benefezaktion des Schlagersängers Frank Zander in einem Berliner Hotel, weil er dort 3000 Obdachlose mit Gänsekeulen speiste. Das führte zu bundesweitem Medienecho. Am schärfsten Griff der Autor, Moderator und „Stern“-Kolumnist Micky Beisenherz den Stuttgarter in einem offenen Brief an.

So schreibt er: Das müsse man erst mal schaffen – die Bilder zu sehen, wie Frank Zander 3000 „abgerissenen, durchgefrorenen Obdachlosen bis zur Sehnenscheidenentzündung Weihnachtsgänse mit Klößen“ serviere – und das erste, was einem dabei in den Sinn komme, sei: „So ein Arschloch! Kredenzt da tote Tiere statt veganer Buletten! Dem geige ich jetzt bei Facebook die Meinung!“

Läsker ein „bärbeißiger Ex-Fettsack“

Ganz so drastisch hat es Andreas Läsker in seinem Facebook-Post zwar nicht formuliert. Im O-Ton des mittlerweile gelöschten Posts hieß es: „Ganz toll, Herr Zander. Das bedeutet, viele hundert Gänse mussten ihr Leben lassen. Aber jetzt ist er wieder ein Held. Die Obdachlosen hätten sich auch über vegane Buletten mit dunkler Soße, Rotkohl und Kartoffelknödel gefreut. Und über einen Mandelmilch-Zimtpudding hinterher. Und kein Tier hätte sterben müssen.“

Dennoch fühlte sich Beisenherz davon zu Sätzen wie folgenden erquickt: „(Andreas Läsker) sitzt da als Tofuwurst faul und bräsig in irgendeinem Hipster-Loft, nachdem er gerade mit dem Q8 vom Bio-Markt gekommen ist und gibt vom Sofa dem rührigen Mittsiebziger kostbare Instruktionen, wie das mit der tierbefreiten Nächstenliebe denn gefälligst zu laufen habe.“ Etwa in diesem Ton geht es weiter. An anderer Stelle nennt Beisenherz Läsker noch „selbstgefälligen Soja-Salafisten“, den „Nickelback der Veganer“ oder „bärbeißigen Ex-Fettsack“.

Keine Distanz zu Grandl’s Hofbräuzelt

Läsker findet, dass die Debatte „hochgekocht“ wurde – auf Anfrage unserer Zeitung teilte er uns weiter mit, dass er Micky Beisenherz Brief an ihn nicht als Kritik, sondern als „persönlichen Angriff“ verstehe. Auch wenn er sich für seine Stellungnahme zu dem Benefiz-Essen nicht entschuldige, finde er „Zanders Aktion super.“ Weiter könne sich Läsker gut vorstellen, die Charity-Verköstigung nächstes Jahr mit Frank Zander gemeinsam zu veranstalten – für 5000 Obdachlose. „Natürlich ohne Fleischprodukte!“

Ganz so selbstverständlich war diese Diszanz zu Geflügel für Läsker in der Vergangenheit aber nicht. Noch beim letzten Cannstatter Volksfest im Oktober verköstigte er die Besucher von Grandl’s Hofbräu-Zelt mit veganen Speisen. Für die Presse posiere er damals zusammen mit Festwirt Peter Grandl – ungeachtet dessen, dass dort Uniformierung in Lederhosen und Fleischverzehr in einer ganz anderen Größenordnung an der Tagesordnung ist. Heute sagt Läsker dazu: „Bei der Aktion ging es ja darum, die Festzeltbesucher für eine vegane Lebensweise zu sensibilisieren.“




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