Verdi-Druck auf Arbeitgeber Neue Streiks bei Versicherungen

Die Versicherer werden von Arbeitsniederlegungen erschüttert (hier ein Demonstrationszug in Hannover). Foto: dpa
Die Versicherer werden von Arbeitsniederlegungen erschüttert (hier ein Demonstrationszug in Hannover). Foto: dpa

Die Tarifrunde im Versicherungsgewerbe droht in einen für alle Beteiligten quälenden Schwebezustand zu münden. Deswegen ruft die Gewerkschaft zu einer dritten Streikwelle auf. Im Zentrum des Konflikts steht der von Verdi geforderte „Zukunftstarifvertrag Digitalisierung“.

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Stuttgart - Die Gewerkschaft Verdi will mit einer dritten Streikwelle die Tarifrunde im privaten Versicherungsgewerbe wieder in Gang bringen – nachdem sie die Verhandlungen Anfang Juni selbst für gescheitert erklärt hatte. An diesem Freitag (in Stuttgart und Karlsruhe) und am Montag (Mannheim) rechnet Verdi allein in Baden-Württemberg mit 1500 Streikenden. In Stuttgart sollen sich neben Allianz und Württembergischer Versicherung Mitarbeiter diverser Unternehmen an den Arbeitsniederlegungen beteiligen.

3,3 Prozent für drei Jahre geboten

Die Gewerkschaft will 4,5-prozentige Lohnerhöhungen für insgesamt 170 000 Innendienstangestellte durchsetzen. Die Arbeitgeber hatten eine zweistufige Erhöhung von 1,8 und 1,5 Prozent bis März 2020 geboten – also durchschnittlich 1,1 Prozent pro Jahr. Knackpunkt in der dritten Runde war aber ein von Verdi eingebrachter Entwurf des „Zukunftstarifvertrags Digitalisierung“ zur sozialen Gestaltung der digitalen Transformation in der Branche. Zen­trale Teile will die Gewerkschaft in dieser Tarifrunde verbindlich ausmachen.

Ziel ist eine Absicherung der Beschäftigten

Gefordert werden ein branchenweiter Verzicht auf betriebsbedingte Beendigungskündigungen bis Ende 2020, ein Rückkehrrecht für Teilzeitbeschäftigte in Vollzeit und ein Rechtsanspruch auf Altersteilzeit in Unternehmen mit Personalabbauplänen. Zudem werden Regelungen zum mobilen Arbeiten und zur Qualifizierung vorgeschlagen. Der Arbeitgeberverband lehnte ab und wollte sich lediglich auf eine sogenannte Verhandlungsverpflichtung einlassen. Zudem deutete er an, tarifliche Regelungen etwa zur Samstagsarbeit flexibilisieren zu wollen. Daraufhin brach Verdi die Gespräche ab – einen neuen Termin gibt es bisher nicht.

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