Es gibt Pläne, die Anschlussstelle der A 8 an die Nord-Süd-Straße auszubauen.

Stadtleben und Stadtkultur : Alexandra Kratz (atz)

Möhringen/Leinfelden-Echterdingen - Es ist eine euphemistische Beschreibung des Problems: „Die innere und die äußere Verkehrserschließung des Gewerbegebiets Vaihingen-Möhringen weisen erhebliche Defizite auf.“ So schreibt es Katja Lumpp, die Pressesprecherin des Regierungspräsidiums Stuttgart, in einer schriftlichen Stellungnahme auf eine Anfrage unserer Zeitung. Im Klartext heißt das, dass sich der Verkehr insbesondere in den Stoßzeiten staut. „Durch die geplanten Aufsiedlungen des Gewerbegebiets werden die Verkehrsbelastungen insbesondere im Straßennetz zwischen der A 8 und dem Synergiepark weiter zunehmen“, ergänzt die Pressesprecherin. Gemeint ist damit unter anderem die geplante Ansiedlung des Versicherungskonzerns Allianz und des Automobilkonzerns Daimler.

Das RP möchte nun schnellstmöglich handeln. Zuständig ist die Behörde allerdings nur für die Anschlussstelle der A 8 an die Nord-Süd-Straße. Das könnte schon ein guter Anfang sein. Denn Verkehrsuntersuchungen hätten ergeben, dass dieser in der bestehenden Form für die aktuelle und die künftig zu erwartende Zahl an Autos nicht ausreicht, so Lumpp.

Bevor gebaut werden kann, sind verschiedene Gutachten erforderlich

Darum soll der Knotenpunkt an der nördlichen A-8-Rampe mittelfristig ertüchtigt werden. „Dabei wird die Anschlussstelle durch einen zusätzlichen freien Rechtsabbieger von der A-8-Rampe in die Nord-Süd-Straße, einen zusätzlichen Linkseinbieger von der A-8-Rampe in südliche Richtung sowie einen zusätzlichen Geradeausfahrstreifen von der Nord-Süd-Straße bis zur Brücke über die A 8 baulich erweitert“, nennt Lumpp die Einzelheiten.

Bis gebaut werden kann, werden die Autofahrer aber wohl noch viele Stunden im Stau stehen. Denn bevor es losgehen kann, muss das RP verschiedene Gutachten in Auftrag geben. Dabei geht es zum Beispiel um den Arten- und Landschaftsschutz. Zudem werden die sogenannten Träger öffentlicher Belange gehört.

Die Kosten stehen noch nicht fest

Das Regierungspräsidium Stuttgart hofft, dass ein Planfeststellungsverfahren „wegen des geringen Umfangs der baulichen Eingriffe“ nicht erforderlich ist. Denn dann könnte der Knotenpunkt während der Sommerferien 2018 umgebaut werden. Auf jeden Fall soll während der Ferien gebaut werden, um „die Verkehrsbeeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten“, wie es in der Mail heißt.

Was der Umbau kostet, kann Katja Lumpp noch nicht sagen. „Zum jetzigen Zeitpunkt liegt noch keine Kostenschätzung vor“, heißt es in der Mail. Wer zahlen muss, steht allerdings schon fest. „Für die geplante Umbaumaßnahme am Knotenpunkt A 8/Nord-Süd-Straße ergibt sich die Kostenteilung nach dem Straßenkreuzungsrecht“, schreibt Lumpp. Demnach zahlt der Bund als Baulastträger der A 8, die Stadt Stuttgart als Baulastträger der Nord-Süd-Straße und die Stadt Leinfelden-Echterdingen als Baulastträger der Maybachstraße, also der Fortsetzung der Nord-Süd-Straße auf Gemarkung L.-E.

Das Tiefbauamt optimiert die Ampelschaltung

Um die Situation auf der Nord-Süd-Straße beziehungsweise im Gewerbegebiet kurzfristig zu verbessern, will das Stuttgarter Tiefbauamt demnächst die Ampelschaltung optimieren. Dazu muss für die Geradeausspur und für die Rampe der A 8 jeweils ein weiterer Detektor installiert werden. Den genauen Plan dafür gibt es bereits. In den kommenden Monaten will das Tiefbauamt diesen umsetzen.

Seit vielen Jahren gibt es in Stuttgart auch die Idee, die Nord-Süd-Straße drei- oder gar vierspurig auszubauen. Dafür wäre aber nicht das RP zuständig, sondern die Stadt Stuttgart als Baulastträger. In der Vergangenheit war dieses Projekt im Gemeinderat aber nicht mehrheitsfähig.

Die Nord-Süd-Straße ist ein Dauerbrenner

Mehrere Anträge In den vergangenen Wochen ist die Nord-Süd-Straße immer wieder Thema in der politischen Diskussion gewesen. Die Freien Wähler im Stuttgarter Gemeinderat hatten im Sommer einen Ausbau der Nord-Süd-Straße gefordert. Die CDU im Möhringer Bezirksbeirat legte vor Kurzem mit einem weiteren Antrag nach. Mitte November schaltete sich Verkehrsminister Winfried Herrmann in die Diskussion ein. Er sprach sich für eine Aufweitung der Fahrbahn im Kreuzungsbereich Nord-Süd-Straße/Vaihinger Straße aus. Dies sei „ohne große Verzögerung“ möglich und würde den Verkehrsfluss verbessern.

UTA Am Dienstag hat sich auch der Stuttgarter Umwelt- und Technikausschuss mit dem Thema befasst. Der Verkehrsplaner Arne Seyboth berichtete über den Verkehrsstrukturplan für Vaihingen, der derzeit in Arbeit ist. In diesem spielt auch eine Ertüchtigung der Nord-Süd-Straße eine Rolle. Die Stadträte fragten nach, warum keine separate Rechtsabbiegespur von der Nord-Süd-Straße auf die A 8 in Richtung Karlsruhe geplant sei. Seyboth antwortete, dass dies Berechnungen zufolge keinen großen Gewinn bringen würde, andererseits aber mit einem erheblichen Eingriff in die Landschaft und in Privatbesitz verbunden wäre.