VfB Stuttgart gegen Lazio Rom Als der VfB Stuttgart sein letztes Geisterspiel hatte

Von Felix Ogriseck 

Der VfB Stuttgart hatte sein letztes Geisterspiel vor sieben Jahren. Damals war die Ursache allerdings kein Virus, sondern eine Strafe der Uefa wegen rassistischer Gesten unter den Fans des Gegners Lazio Rom.

Gähnende Leere im Olympia-Stadion Rom. Foto: Pressefoto Baumann 7 Bilder
Gähnende Leere im Olympia-Stadion Rom. Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart - Sieben Jahre ist es her, dass der VfB Stuttgart sein letztes Geisterspiel hatte – also vor leeren Rängen auflaufen musste. Im Achtelfinale der Europa League gegen Lazio Rom verloren die Schwaben in Italien mit 1:3. Bereits im Hinspiel hatte der VfB mit 0:2 verloren. Der Grund für das leere Stadion war damals kein Virus, sondern – ebenso unschön – Rassismus. Lazio-Fans hatten zuvor im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach einen faschistischen Gruß gezeigt. Die Strafe der Uefa folgte auf dem Fuße: Ausschluss des Publikums.

Lazio Rom war zu zwei Geisterspielen und einer Geldstrafe von 40 000 Euro verdonnert worden. Das passte den Italienern überhaupt nicht und sie legten Widerspruch ein, erfolglos wie man weiß. Auch beim VfB bedauerte man die Entscheidung damals, da viele Fans schon ihre Reise nach Italien gebucht hatten. 76 000 Zuschauer hätte das Olympiastadion in Rom gefasst. Im „Kicker“ ließ sich Sportdirektor Fredi Bobic damals unbeeindruckt von der tristen Atmosphäre zitieren: „Wir fahren da nicht hin, um uns das Kolosseum oder das leere Olympiastadion anzuschauen.“ Sondern, um zu gewinnen – sollte das wohl heißen. Doch anstatt die Weichen auf Sieg zu stellen, lag die Mannschaft bereits nach acht Minuten 0:2 in Rückstand.

Ein Geisterspiel ist reine Kopfsache

Der ehemalige VfB-Spieler Günther Schäfer kennt das Gefühl, vor leeren Rängen zu spielen. Er hatte bereits 1992 in Barcelona gegen Leeds United ein solches Geisterspiel erlebt und erklärte vor dem Anpfiff gegen Lazio Rom: „Wie du mit Geisterspielen zurechtkommst, ist reine Kopfsache.“ Eben jenen Kopf haben die Italiener den Schwaben dann gehörig gewaschen. In der ersten Hälfte zwei Diagonalpässe, die zum 2:0 führten, dann in der 62. Minute doch ein kleiner Moment der Hoffnung: der Anschlusstreffer zum 1:2 durch Tamas Hajnal – um dann kurz vor Abpfiff in der 87. Minute doch noch das 1:3 zu kassieren. Letztendlich verlor der VfB gegen Lazio Rom also sowohl mit als auch ohne Fans im Stadion. Vielleicht lag es doch am Gegner und nicht am eigenen Kopf.

 

 




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