VfB Stuttgart Kuzmanovic, der 170-Minuten-Mann

Zwei Länderspiele für Serbien in zwei Tagen: Zdravko Kuzmanovic Foto: dapd
Zwei Länderspiele für Serbien in zwei Tagen: Zdravko Kuzmanovic Foto: dapd

Vor dem Spiel des VfB Stuttgart am Samstag in Hamburg ist Fredi Bobic sauer auf den serbischen Verband, der Zdravko Kuzmanovic zweimal einsetzte.

Sport: Heiko Hinrichsen (hh)
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Stuttgart - Der Anruf hat ihn am Mittwoch um 18 Uhr erreicht – und er ließ Bruno Labbadia ziemlich baff zurück. Denn in dem Telefonat teilte der VfB-Mittelfeldspieler Zdravko Kuzmanovic, der am Dienstag mit Serbien auf Zypern gegen Armenien (2:0) über die volle Distanz gespielt hatte, seinem Trainer mit, dass er am Mittwoch in der Partie gegen Zypern (0:0) noch einen Einsatz über 80 Minuten hatte.

Während Bruno Labbadia („Ich mache dem Spieler keinen Vorwurf. Wenn man von ihm verlangt, dass er spielen soll, dann muss er das tun“) über die Einsatzplanung im serbischen Team nur den Kopf schütteln konnte, wählte der Manager Fredi Bobic deutlichere Worte. „Die Serben haben einen an der Waffel! Die nehmen da unten auf Zypern an so einem Schickimicki-Turnier teil, machen sich als Verband die Taschen voll – und verheizen die Spieler, die wir bezahlen“, grollte Bobic angesichts der 170 Einsatzminuten für Kuzmanovic.

Der Ärger der sportlichen Führungscrew des VfB ist verständlich: Schließlich steht für die Stuttgarter am Samstag (15.30 Uhr) beim Hamburger SV ein schweres Auswärtsspiel an. In einer Phase, in der der Meister von 2007 durch das 4:1 über Freiburg erstmalig zumindest mit einem Auge in Richtung internationaler Plätze schielen darf. Denn Platz sieben, der für eine Teilnahme an der Europa League berechtigen würde, sollte Bayern München, Borussia Dortmund oder Borussia Mönchengladbach und nicht Greuther Fürth den DFB-Pokal gewinnen, ist „nur“ noch fünf Punkte entfernt.

Kuzmanovic erzielt das 1:0 gegen Armenien

Das Problem aus Sicht des VfB, der in dieser Spielzeit bisher eine bemerkenswerte Achterbahnfahrt zurückgelegt hat und der zudem seit dem 30. September (beim 2:0 in Kaiserslautern) in der Fremde nicht mehr gewonnen hat, ist aber: Nicht nur die Belastung des Nationalspielers Zdravko Kuzmanovic, der gegen Armenien zum 1:0 traf, ist in dieser Länderspielwoche außergewöhnlich hoch gewesen.

In Cacau (traf zum 1:2-Endstand für die DFB-Elf gegen Frankreich), Vedad Ibisevic (traf für Bosnien zum 1:1 beim 1:2 gegen Brasilien), Martin Harnik (traf für Österreich zum 2:0 beim 3:1 über Finnland), Khalid Boulahrouz, William Kvist, Tamás Hajnal, Shinji Okazaki, Maza, Mamadou Bah, Arthur Boka sowie den österreichischen U 21-Nationalspieler Raphael Holzhauser haben die Stuttgarter zwölf Akteure abgestellt, die erst nach und nach beim VfB eintrudelten. Shinji Okazaki kehrte erst gestern Abend aus Japan zurück; der Innenverteidiger Maza, der beim 0:2 Mexikos gegen Kolumbien geschont wurde, wird erst heute Vormittag erwartet.

„Eine richtige Vorbereitung ist da nicht drin. Die Regeneration steht klar im Vordergrund“, sagt Labbadia, in dessen Aufstellung für das HSV-Spiel, der zwei Punkte hinter dem VfB rangiert, ohnehin noch einige Fragezeichen zu finden sind. Unklar ist, wer neben Serdar Tasci in der Innenverteidigung steht, da Georg Niedermeier Rippenprobleme hat. Maza, der gegen Freiburg einen Schlag abbekam, steckt die lange Reise in den Knochen; und Matthieu Delpierre, der fit ist, fehlt die Spielpraxis. Die Qual der Wahl hat Labbadia links in der Viererkette, wo Gotoku Sakai gut spielte und Cristian Molinaros Sperre abgelaufen ist. Ist im Mittelfeld Kuzmanovic oder Christian Gentner gesetzt – und wohin mit Cacau? So lauten weitere offene Fragen.




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