VfB Stuttgart gegen 1. FSV Mainz 05 Weckruf von Timo Baumgartl

Von Dirk Preiß 

Der VfB Stuttgart steckt nach der 2:3-Niederlage gegen den 1. FSV Mainz 05 weiter tief im Kampf gegen den Abstieg. Viele Spieler sahen dennoch Positives. Innenverteidiger Timo Baumgartl allerdings lässt gar nicht erst den Verdacht aufkommen, er würde die Dinge schönreden.

VfB-Abwehrspieler Timo Baumgartl (vorne) müht sich gemeinsam mit Torhüter Ron-Robert Zieler gegen den Mainzer Stürmer Robin Quaison. Foto: Baumann 11 Bilder
VfB-Abwehrspieler Timo Baumgartl (vorne) müht sich gemeinsam mit Torhüter Ron-Robert Zieler gegen den Mainzer Stürmer Robin Quaison. Foto: Baumann

Stuttgart - Auch nach bitteren und klaren Niederlagen sind Spieler und Verantwortliche eines Clubs der Fußball-Bundesliga meist bemüht, das Positive zu finden – und das Ganze dann entsprechend nach draußen zu transportieren. Auch beim VfB Stuttgart gab es diese Möglichkeit, schließlich hat der Club nach einem 0:3-Rückstand gegen den 1. FSV Mainz 05 fast noch das 3:3 geschafft. Timo Baumgartl aber entschied sich gegen diese Möglichkeit.

Zwar sagte der Abwehrspieler der Weiß-Roten: „Ich werde hier nicht meine Mannschaft zerreißen.“ Zumal auch er keinen guten Tag erwischt hatte. Klar benennen wollte Baumgartl die Gründe für die Niederlage aber schon. Was er sagte, hatte etwas von einem Weckruf.

„Endspiele“ gegen den SC Freiburg und Fortuna Düsseldorf

„Jeder hat gesehen, wie wir die ersten 80 Minuten gespielt haben“, sagte der U-21-Nationalspieler, „da haben wir auch keinen Sieg verdient.“ Erschreckend fand er es gar, was er und seine Kollegen nach ordentlichen ersten Minuten gegen die Mainzer abgeliefert hatten. Im Training sei der Wille zwar erkennbar, meinte Baumgartl und zeigte sich sehr zufrieden mit den Leistungen während der Einheiten unter der Woche. Aber „wir bekommen es nicht hin, dass wir es im Stadion umsetzen. Aber da zählt es“. Sein Fazit nach dem 2:3 gegen den 1. FSV Mainz 05: „So können wir uns nicht präsentieren.“ Die fast geglückte Aufholjagd in den letzten zehn Minuten nannte er lediglich „ein ganz kleines positives Puzzleteil“.

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Baumgartl hat 2016 den Abstieg des Clubs miterlebt, ist mit dem VfB wieder aufgestiegen. Und man merkte ihm an: Das will er nicht noch einmal erleben müssen. Also blickte er mit deutlichen Worten voraus – vor allem auf die Partien gegen den SC Freiburg (3. Februar) und Fortuna Düsseldorf (10. Februar). „Da geht es um alles“, sagte der Abwehrmann und nannte die Duelle gegen die direkte Konkurrenz „zwei Endspiele“, die „überlebenswichtig“ seien. Davor steht am nächsten Sonntag noch das Gastspiel beim FC Bayern an. Für Timo Baumgartl ist das aber nicht mehr als „ein Bonusspiel“.

Zu viel Angst im Spiel des VfB

Doch auch dort müsse sein Team versuchen, wieder selbstsicherer aufzutreten. „Wir müssen dahinkommen, dass jeder den Ball will, dass jeder Fußball spielen will“, sagte Baumgartl. Sein Defensivkollege Marc Oliver Kempf sah es ähnlich: „Wir verstecken uns ein Stück weit. Keiner will einen Fehler machen.“




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