VfB Stuttgart Talent am Scheideweg

Von  

Der 18-jährige Arianit Ferati wechselt für knapp eine Million Euro vom VfB Stuttgart zum Hamburger SV – und wird gleich an Fortuna Düsseldorf ausgeliehen.

Arianit Ferati will in der zweiten Liga Fuß fassen – allerdings nicht beim VfB Stuttgart, sondern bei Fortuna Düsseldorf. Foto: Baumann
Arianit Ferati will in der zweiten Liga Fuß fassen – allerdings nicht beim VfB Stuttgart, sondern bei Fortuna Düsseldorf. Foto: Baumann

Stuttgart - Der VfB Stuttgart hat schon wieder eine Mitteilung verschickt. Das wird in diesen Tagen, da der Fußball-Zweitligist seinen Kader neu sortiert, zur Gewohnheit. Das Bemerkenswerte an der Pressemitteilung Nummer 55 ist nur, dass es der Club geschafft hat, gleich zwei Nachrichten in ein und dieselbe Bekanntgabe zu stecken. Die gute Nachricht ist, dass sich der VfB von einem Spieler trennt, den die Verantwortlichen seit einem halben Jahr kritisch sehen. Die schlechte ist, dass dieser Spieler Arianit Ferati heißt.

Weniger durch gute Leistungen aufgefallen

18 Jahre ist Ferati jung und noch im vergangenen Herbst verkündete der Verein, das begehrte Mittelfeldtalent bis 2020 an sich gebunden zu haben. Als großes Versprechen auf die Zukunft galt der 1,68 Meter kleine Techniker. Nun ist von der Wertschätzung nichts mehr übrig geblieben. Weil der deutsche Juniorennationalspieler seit der Vertragsunterschrift durchaus auffiel, aber nicht mehr durch gute Leistungen. Vielmehr zeigte er offen seinen Unmut darüber, dass er in der dritten und nicht wie gewünscht in der ersten Liga eingesetzt wurde. Zudem vermissten sie beim VfB trotz vieler Gespräche, die Bereitschaft Feratis, seine Berufseinstellung zu ändern.

Auch der HSV wartet ab

„Nach Abwägung aller Argumente glauben wir, dass es für seine Entwicklung das Beste ist, wenn er seine Karriere in einer anderen Umgebung fortsetzt“, sagt der Marketingvorstand Jochen Röttgermann. Für knapp eine Million Euro wechselt Ferati zum Hamburger SV – was der VfB aber nicht so verstanden haben will, dass er nach dem Abstieg das nächste Juwel versilbert. Denn auch der HSV wartet ab und verleiht die Offensivkraft an den Zweitligisten Fortuna Düsseldorf. Und zum EM-Kader der U 19 gehört Ferati wohl auch nicht.