VfB Stuttgart VfB macht Freude, aber nicht ohne Ende

Mit drei Rückrundensiegen und nur einem Gegentor hat sich der VfB an die Spitze der zweiten Liga gesetzt. Nun geht es am Freitag (18.30 Uhr) zum 1. FC Heidenheim. Ein heißes Derby – und Anlass, die Stärken und Schwächen zu beleuchten.

VfB Stürmer Simon Terodde (Mitte) sorgt für Torgefahr – Abwehrchef Timo Baumgartl (li.) für die nötige Stabilität in der Defensive. Foto: Baumann
VfB Stürmer Simon Terodde (Mitte) sorgt für Torgefahr – Abwehrchef Timo Baumgartl (li.) für die nötige Stabilität in der Defensive. Foto: Baumann

Stuttgart - Der Blick auf die Tabelle wird dem VfB-Fan gefallen: Da führt sein Herzensclub als aktueller Spitzenreiter das Feld in der zweiten Fußball-Bundesliga an, liegt also wie gewünscht auf Aufstiegskurs. Mit drei Zählern Vorsprung auf Hannover 96 fällt das Punktepolster zwar nicht üppig aus, und doch ist es nach 20 von 34 Partien größer denn je in dieser so bedeutenden Spielzeit. Letztlich sind es ja die vielen kleinen Verbesserungen, die den VfB stetig nach vorne gebracht haben.

„Der Trend stimmt“, das hat auch der Manager Jan Schindelmeiser zufrieden bemerkt. Immerhin haben seine Stuttgarter Ballkünstler mit dem 1:0 beim FC St. Pauli sowie den Heimsiegen gegen Düsseldorf (2:0) und Sandhausen (2:1) zuletzt drei Siege hintereinander eingefahren, ehe man am Freitag (18.30 Uhr) in Heidenheim Revanche für die 1:2-Niederlage im Hinspiel nehmen möchte.

Gerade mal ein Gegentor musste die Hintermannschaft der Roten um ihren zwar 20 Jahre jungen Abwehrchef Timo Baumgartl seit der Winterpause hinnehmen (die fünf Testspiele in der Vorbereitung inklusive), was auch Trainer Hannes Wolf freut: „Wir haben in unser gesamtes Defensivverhalten wesentlich mehr Stabilität hineinbekommen.“ Das war auch bitter nötig, denn mit 21 Gegentoren war sein Team hin und wieder (Dresden 0:5, Würzburg 0:3) gar zur Schießbude verkommen.

Fast alle Positionen sind doppelt besetzt

Der Aufschwung liegt auch daran, dass sich Spieler wie Marcin Kaminski oder Anto Grgic gesteigert haben. Dazu hat man beim Frühstarter VfB an der Ausdauer gearbeitet. Wo dem Team noch in der Vorrunde nach zwei Dritteln der Spielzeit gerne mal die Luft ausging, war Hannes Wolf nach dem Sandhausen-Sieg „stolz auf die Mannschaft, weil wir die Substanz hatten, dass Spiel in der Schlussphase noch zu gewinnen“. Das sieht Manager Schindelmeiser genauso: „Es ist gut, dass die Mannschaft inzwischen mit Widerständen umgehen kann – das war in der Hinserie noch nicht so“, sagt der einstige Defensivspieler des Oberligisten 1. SC Göttingen 08.

Mit sieben Neuzugängen, davon drei im Sommer, vier im Winter, von denen noch keiner seinen 22. Geburtstag gefeiert hat, darf sich Schindelmeiser obendrein als Vater des neuen Stuttgarter Jugendstils fühlen.

Der VfB besitzt gerade mit den Franzosen Benjamin Pavard und Jérôme Onguéné, mit Julian Green oder Josip Brekalo genug Optionen für die Zukunft – aber schon jetzt ist jede Position mit Ausnahme der des linken Verteidigers doppelt besetzt. Das schafft Alternativen. Mit Simon Terodde und Carlos Mané verfügt der VfB zudem über zwei bemerkenswerte Einzelkönner, nämlich den Toptorjäger und den Zauberfuß der Liga.




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