InterviewVolleyball – Allianz MTV Stuttgart Kim Renkema: „Wir arbeiten ins Leere hinein“

Von Jochen Klingovsky 

Warum sich Kim Renkema, die Sportchefin von Volleyball-Bundesligist Allianz MTV Stuttgart, große Sorgen über die verschärfte Corona-Situation macht.

Kim Renkema: Die Corona-Saison erfordert einen noch höheren organisatorischen Aufwand – auch auf die neue Mannschaft, die wir in unserer Bildergalerie  vorstellen, kommt enorm viel zu. Foto: Baumann 14 Bilder
Kim Renkema: Die Corona-Saison erfordert einen noch höheren organisatorischen Aufwand – auch auf die neue Mannschaft, die wir in unserer Bildergalerie vorstellen, kommt enorm viel zu. Foto: Baumann

Stuttgart - Die Stuttgarter Volleyballerinnen sind ohne Einsatz in die entscheidende zweite Runde der Qualifikation zur Champions League eingezogen. Sportchefin Kim Renkema kann sich darüber allerdings nicht freuen.

Frau Renkema, das Duell von Allianz MTV Stuttgart in der Qualifikation zur Champions League wurde nach einem positiven Corona-Test bei einer Spielerin von Minchanka Minsk abgesagt. Wie ist Ihre Gefühlslage?

Wir versuchen, unsere Aufgaben mit großer Positivität anzugehen, immer nach vorne zu schauen. Wenn man dann auf diese Art und Weise von der Realität eingeholt wird, ist das schon sehr ernüchternd. Wir arbeiten derzeit ins Leere hinein.

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Wie sehr schmerzt die Absage sportlich?

Doppelt. Einerseits braucht unser neues Team Spielpraxis. Und andererseits will niemand so weiterkommen. Sport soll auf dem Feld stattfinden – was wir gerade erleben, hat mit Sport nichts zu tun. Leider.

Wird einem so auch die eigene Verwundbarkeit noch einmal bewusst?

Natürlich, dieser positive Test hätte auch uns treffen können. Es wäre naiv zu glauben, dass wir Bundesliga-Vereine von der Realität verschont bleiben. Das Virus wird an uns ganz sicher nicht vorbeigehen.

Sie machen sich Sorgen?

Große Sorgen. Dem Winter sehe ich mit viel Angst entgegen. Wir versuchen unser Bestes, aber die Corona-Bedingungen sind nicht gemacht für Spitzensport.

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Dazu kommt die Terminhatz.

Richtig. Trotz Bundesliga, Pokal, Play-offs und den internationalen Wettbewerben muss die Saison am 18. April beendet sein – inklusive einer mehrwöchigen Pause im Januar wegen der EM-Qualifikation, weil drei Nationalspielerinnen von uns beteiligt sind. Sollte es in der Bundesliga positive Fälle geben, müssen die Teams in vielen Bundesländern in eine zweiwöchige Quarantäne, doch ich sehe keine Ausweichtermine. Sobald Spiele unerwartet verlegt werden müssen, wird alles unplanbar.

Was bedeutet das für die Corona-Saison?

Das weiß ich nicht. Klar ist für mich nur: Aufgeben kann auch keine Lösung sein.

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