Allianz MTV Stuttgart Diese Mannschaft kann viel erreichen

Von Dominik Florian 

Nach dem ausgezeichneten Saisonstart gewinnen die Volleyballerinnen des MTV Stuttgart auch gegen Dresden im Pokal. Jetzt weiß die Mannschaft: Sie kann in dieser Saison viel erreichen.

Nach dem Sieg gegen Dresden sagen die Frauen des MTV Stuttgart ihren Fans Danke. Foto: Baumann
Nach dem Sieg gegen Dresden sagen die Frauen des MTV Stuttgart ihren Fans Danke. Foto: Baumann

Stuttgart - Mit einem breiten Lachen nahm der MTV-Geschäftsführer Aurel Irion die Glückwünsche entgegen – nach dem überzeugenden 3:0 (25:21, 27:25, 25:23)-Erfolg im Achtelfinale des DVV-Pokals gegen den Titelverteidiger Dresdner SC. Der Freude über den Sieg am Samstagabend überwog aber die Erleichterung und die Gewissheit, dass es den Verantwortlichen der Stuttgarter Volleyballerinnen erneut gelungen ist, ein schlagfertiges Team für eine lange Saison zusammen zustellen. Und vielleicht sogar mehr. „Wir waren nach den Champions-League-Spielen zwar optimistisch, aber jetzt wissen wir auch, dass die Mischung stimmt und wir oben angreifen können“, sagte Irion.

Dass Trainer Giannis Athanasopoulos bereits großes Vertrauen in seine neuen Kräfte hat, konnten die 2147 Zuschauer in der gut gefüllten Scharrena in der Startaufstellung der Gastgeberinnen ablesen. Mit Madison Bugg, Roosa Koskelo, Krystal Rivers und Jana Franziska Poll standen gleich vier Neuzugänge in der ersten Sechs. Und die neuformierten Stuttgarterinnen zahlten das in sie gesetzte Vertrauen vollauf zurück. Hellwach und hochkonzentriert dominierte das Team um Routinier Renata Sandor von der ersten Minute an die sichtlich überforderten Dresdnerinnen. Das war ganz nach Irions Geschmack.

Nur einige Schwächephasen

Nach dem 25:21 im ersten Satz leistete sich der MTV im zweiten und dritten Satz zwar einige Schwächephasen, behielt aber in den entscheidenden Momenten die Ruhe und die Kontrolle über das Spiel. „Wir haben die Partie durch unsere eigenen Fehler unnötig spannend gemacht, aber in den wichtigen Phasen waren wir da“, sagte Giannis Athanasopoulos, der sich angesichts des vollen Spielkalenders über den kräfteschonenden Sieg über die mitfavorisierten Sächsinnen freute. Denn bereits an diesem Montag steigt der MTV-Tross in den Flieger nach Rumänien, um zwei Tage später im Hinspiel bei CSM Volei Alba Blaj den Grundstein für die Gruppenphase der Champions League zu legen.

„Dort steht uns eine hohe Hürde bevor, aber die wollen wir nehmen“, blickt Aurel Irion voraus, „in der Gruppe warten echte europäische Schwergewichte auf uns.“ Ob die Stuttgarterinnen für diesen ersten großen schon bereit sind? Darüber werden die kommenden Wochen Aufschluss geben, in denen der Vize-Meister quasi im Drei-Tages-Rhythmus in drei Wettbewerben gefordert ist. Nach dem Duell in der Königsklasse folgt an diesem Samstag der Ligaauftakt in der Scharrena gegen den VSC Wiesbaden – und drei Tage darauf bereits das Rückspiel in der Champions League. Im Pokalviertelfinale wiederum geht es am 24. November erneut gegen Wiesbaden. Dann gibt es die Chance zur Wiedergutmachung: Im Vorjahr unterlag der MTV den Hessinnen in der Vorschlussrunde in eigener Halle mit 1:3.

Das Programm schreckt nicht ab

Ein strammes Programm, das der Cheftrainer Athanasopoulos mit Blick auf seinen Kader nicht abschreckt: „Ich wollte vor der Saison ein Team haben, das in jedem Wettbewerb Siege einfahren kann – und das habe ich bekommen“, sagt 40-Jährige selbstbewusst. Sicher ist auch, dass der Traumstart in die Saison mit drei Siegen ohne Satzverlust den Glauben an die eigene Stärke weiter wachsen lässt. Und mit der US-Nationalspielerin Sarah Wilhite, die gegen Dresden nur zu einem Kurzeinsatz kam, brennt ein weiterer Top-Neuzugang darauf, dem Stuttgarter Angriff noch mehr Durchschlagskraft zu geben. „Wir sind noch lange nicht an unserem Maximum“, verspricht Athanasopoulos und gibt die Prognose ab: „Wir werden noch viel besser spielen.“

Gute Voraussetzungen sind das für den nächsten Schritt, der die Stuttgarter Fans ihrem großen Traum ein gutes Stück näher bringen könnte: dem Gewinn der ersten Deutschen Meisterschaft.