Volltreffer bei der Biathlon-WM Dominik Windisch, der Schelm am Schalter

Von Jürgen Kemmner 

Wir küren bei der Biathlon-WM in Antholz nicht den besten Schützen am Schießstand, sondern Leute rund um die WM, die einen ganz besonderen Instinkt besitzen. Heute: das italienische Mixed-Team.

Silber in der Mixed-Staffel, Gold bei der Pressekonferenz: Lisa Vittozzi, Dorothea Wierer, Lukas Hofer und Dominik Windisch (v. li.) freuen sich. Foto: imago/Joel Marklund
Silber in der Mixed-Staffel, Gold bei der Pressekonferenz: Lisa Vittozzi, Dorothea Wierer, Lukas Hofer und Dominik Windisch (v. li.) freuen sich. Foto: imago/Joel Marklund

Antholz - Dominik Windisch sitzt oben auf dem Podium bei der Pressekonferenz nach der Mixed-Staffel. Der Südtiroler hat beim letzten Schießen nicht ganz so schnell und vor allem nicht so gut getroffen wie Johannes Thingnes Bö aus Norwegen, weshalb sich das italienische Mixed-Team nicht in der Mitte auf den Goldplätzen befindet, sondern daneben auf den Silbersitzen. Windisch freut sich trotzdem, warum auch nicht? Plötzlich hebt sich neben ihm die Tischplatte an, hinter der die verdutzten Norweger die Fragen der Reporter beantworten. Johannes Thingnes Bö, sein Bruder Tarjei, Marte Röiseland und Tiril Eckhoff zucken erschrocken zusammen, die Getränke wackeln bedenklich und drohen umzukippen – und die Italiener um Windisch lachen sich schlapp. Sie haben die höhenverstellbare Tischplatte heimtückisch nach oben gefahren, so dass sie beinahe in Höhe Oberkante Unterlippe der beiden Norwegerinnen stehen. Die Aktion hatte einen nachvollziehbaren Hintergrund. „Ihr habt gewonnen, die Sieger sind immer ein bisschen höher als der Rest“, erklärt Windisch den Gold-Norwegern keck. Keine Frage, ein Volltreffer. Nicht auf die Schießscheibe, sondern aufs Zwerchfell.