Vom VfB Stuttgart bis Union Berlin Wer will in die Conference League?

Sven Mislintat würde die Conference League „voller Inbrunst“ angehen. Foto: imago images/Michael Weber
Sven Mislintat würde die Conference League „voller Inbrunst“ angehen. Foto: imago images/Michael Weber

Im Saisonendspurt sind die internationalen Startplätze normalerweise hart umkämpft. Doch die Teilnahme an der neuen Europa Conference League ist für manche eine Strafe, für andere zumindest ein kleiner Anreiz.

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Berlin - Max Kruse trägt sein Herz auf der Zunge, und so konnte der Torjäger von Union Berlin auch kein Interesse heucheln, als er auf den neuen UEFA-Wettbewerb angesprochen wurde. „Europa Conference League hätte ich irgendwie keinen Bock drauf. Ich weiß noch nicht einmal, was das ist“, hatte Kruse vor ein paar Wochen entwaffnend ehrlich gesagt: „Da können dann andere spielen.“

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Kruse dürfte für viele Bundesligaprofis gesprochen haben - vor allem für die von Borussia Dortmund. Erling Haaland und Co. sind die große Champions-League-Bühne gewohnt, und plötzlich droht den BVB-Stars ein Abstieg in die internationale Drittklassigkeit. Statt Manchester City und Real Madrid heißen die Gegner in der Conference League vielleicht SP Tre Penne oder Paksi SE.

Aktuell liegt zwar Bayer Leverkusen (43 Punkte) auf dem sechsten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Premierensaison des neuen Wettbewerbs „berechtigt“. Doch auch die mit Leverkusen punktgleichen Dortmunder sowie Union Berlin, VfB Stuttgart, Borussia Mönchengladbach (alle 39) und der SC Freiburg kommen als Starter infrage. Sollte der Pokalsieger, der automatisch für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert ist, am Saisonende unter den Top-6 landen, vertritt der Tabellen-Siebte die Bundesliga in der Conference League. 

Harter Gang durch die Play-offs

„Wenn wir es schaffen, dann würden wir sie auch mit voller Inbrunst spielen“, versicherte Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat. Der VfB kann diesem Ziel mit einem Sieg gegen den BVB im direkten Duell am Samstag (18.30 Uhr/Liveticker) einen Schritt näher kommen. Auch Gladbachs Sportdirektor Max Eberl würde sein Team auf jeden Fall für die Conference League melden: „Jeder Wettbewerb in Europa ist für Mönchengladbach ein Erfolg.“

Doch ob sich die Reise- und Wettkampfstrapazen angesichts der zumeist unattraktiven Gegner und der im Vergleich zur Europa League nochmal geringeren Einnahmen tatsächlich lohnen, bleibt abzuwarten. Von den 184 Mannschaften aus allen 55 UEFA-Mitgliedsverbänden ist kein Klub automatisch für die Gruppenphase gesetzt, der Bundesligist steigt am 19./26. August in den Play-offs ein. Der Wettbewerb soll vor allem kleineren Vereinen „den Zugang zum Europapokal erleichtern“, sagte UEFA-Präsident Alexander Ceferin.

Das Finale findet in Tirana statt

Gespielt wird parallel zur Europa League mit Anstoßzeiten von 18.45 und 21.00 Uhr am Donnerstag. Die Mediengruppe RTL hat sich hierzulande die TV-Rechte gesichert, sie hätte mit Sicherheit nichts gegen den großen BVB im kleinen Wettbewerb. Dass hier nicht das große Europacup-Flair zu erwarten ist, zeigt auch der Finalort am 25. Mai 2022: Tirana in Albanien.

Immerhin sichert sich der Gesamtsieger das Startrecht für die Europa-League-Gruppenphase. Doch auch das ist für Kruse kein Anreiz. „Ich glaube, wir haben genug Wettbewerbe“, sagte der Ex-Nationalspieler: „Wenn es jetzt noch einen gibt, dann herzlichen Glückwunsch.“




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