Von Andreas Bourani bis Sportfreunde Stiller Die acht schlimmsten Sommerhits

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Sie gehören zum Sommer, wie die Wespen auf dem Kuchenstück: die Sommerhits. Man hört sie im Freibad, im Autoradio, man kann ihnen nicht entkommen. Doch welche waren die schlimmsten? Wir liefern eine streng subjektive Auswahl.

Mit dem Lied „Bailamos“ lieferte  Enrique Iglesias den musikalischen Hintergrund für den Sommer. Foto: dpa
Mit dem Lied „Bailamos“ lieferte Enrique Iglesias den musikalischen Hintergrund für den Sommer. Foto: dpa

Stuttgart - Sie gehören zum Sommer, wie die Wespen auf dem Kuchenstück: die Sommerhits. Man hört sie im Freibad, im Autoradio, man kann ihnen nicht entkommen. Doch welchewaren die schlimmsten? Wir liefern eine streng subjektive Auswahl.

Boom, Boom, Boom, Boom!! – Vengaboys Manche Gehirnzellen sind für immer verloren. Bei allen, die sich an den Sommer 1999 erinnern können, sind es die Zellen, die sobald der richtige Trigger auftaucht, in Dauerschleife wiedergeben: „Boom, boom, boom, boom! I want you in my room!“. Vor einigen Tagen ging das Video einer englischen Straßenparty, bei der zu dem Boom-Lied getanzt wurde, im Netz viral. Jetzt darf auch eine neue Generation Gehirnzellen für das „double Boom“ frei stellen.

„Auf Uns“ – Andreas Bourani Eigentlich hat Andreas Bourani da ein schönes Lied geschrieben, eine Ode an die Freundschaft – fast wie ein etwas gefühlsduseliges Update von Kaiser Franz’ „Gute Freunde kann niemand trennen“. Doch das wochenlange Verwursten des Lieds machte „Auf Uns“ 2014 noch vor dem ersten taktischen Foul zu einem bierseligen Event-Jingle für die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien.

„Who Let The Dogs Out“ – Baha Men Zypern, 2000, Hochsommer, vier Uhr in der Früh’: Ein Brite, sturzbetrunken, abgesehen von den Turnschuhen unerfreulich nackt, hält sich an einer Straßenlaterne fest. Einer von beiden würde ohne die Hilfe des anderen jetzt einfach umfallen. Er fragt nach seinen Freunden, nennt sie „Fuckers“ und lallt mit letzter Kraft: „Who Let The Dogs Out?“ Dann bellt er den Refrain „Who, Who, Who, Who!“ und läuft los.

„’54, ‚74, ‚90, 2006“ – Sportfreunde Stiller Das Leben kennt selten mehr Ungereimtheiten als die dahergeholperten Liedtexte der Sportfreunde Stiller. Die „Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein, werden wir Weltmeister sein“ schlug 2006 dem Fass allerdings den Boden aus. Härtere Treffer setzten nur Fabio Grosso (119. Minute) und Alessandro Del Piero (120. Minute). Kurze Analyse nach dem Abpfiff: „Ha, so wirsch ned Weltmeischter“.

Mambo No. 5 – Lou Bega Tennissocken mit Sandalen, kurze Hose für den Mann – Deutschland ist an einigen Geschmacklosigkeiten schuld. Dazu gehört auch Lou Bega. 1999 grub der Münchner eine sich zwar wiederholende aber immerhin nette Melodie des kubanischen Komponisten Pérez Prado aus: „Mambo No. 5“. Diese versah Bega mit einer Aufzählung aller Frauen, die er attraktiv fand. Unser herzliches Beileid geht seitdem an alle Frauen, die Monica, Erica, Rita, Tina, Sandra, Mary oder Jessica heißen.

„Dragostea din tei“ – O-Zone Immer wieder schön, wenn Leute vor sich hin trällern und dabei in herrlichstes Fantasie-Englisch verfallen. Völlig aufgeschmissen waren wir 2004 als uns die moldauisch-rumänischen Beats von „Dragostea din tei“ (auf Deutsch etwa „Liebe im Lindenbaum“) nicht mehr aus dem Ohr gingen. „Hallo“, „Salut“ ging ja noch. Aber wer oder was zum Henker war „Haiduc“? Ah, Picasso! Wieder was verstanden! Egal, und jetzt alle: Majaa-hi, majaa-hu, majaa-ho, majaa-haha!

Bailamos – Enrique Iglesias Der Trick ist einfach: ein spanischer Gitarrenklang, ein englischsprachiger Text im Stil eines Liebesromans in Taschenausgabe, ein Refrain mit maximal fünf Wörtern auf Spanisch – alles von einem gut aussehenden Latino-Sänger a la Don Juan serviert. Enrique Iglesias, der Sohn des berühmten Schnulzensängers Julio Iglesias, hat sich die Ricky-Martin-Methode sehr schnell zu Eigen gemacht. Nachdem alle „Livin‘ La Vida Loca“ nicht mehr hören konnten, hatten sie 1999 schnell die Gelegenheit, ein neues Wort auf Spanisch zu lernen - „Bailamos“.

„The Ketchup Song“ – Las Ketchup 2002 war kein gutes Jahr: Elbhochwasser, Wort des Jahres war „Teuro“, Brasilien gewinnt das WM-Finale gegen Deutschland und alle sangen „Aserejé, ja deje tejebe tude jebere sebiunouba majabi an de bugui an de buididipí“, den so genannten „The Ketchup Song“ der spanischen Girlgroup Las Ketchup. Heute sind sie vergessen, die vier Schwestern, die zu dem Mix aus Englisch und Spanisch auch einen obskuren Modetanz erschufen, den man auch noch angetrunken mittanzen kann. Das Beste: Der Vater der vier ist Flamenco-Gitarrist und auch unter dem Künstlernamen El Tomate bekannt.