Vorstoß von Markus Söder Kretschmann sieht spätestens 2035 ein Ende des Verbrenners

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Der Ministerpräsident glaubt, dass der Verbrennungsmotor bis 2035 erledigt sei. Ein fixes Verbot wie sein bayerischer Kollege Markus Söder hält Winfried Kretschmann aber für „schwer zu benennen“.

Winfried Kretschmann will sich nicht auf ein fixes Datum festlegen, was das Ende von Verbrennungsmotoren angeht. Foto: Leif Piechowski
Winfried Kretschmann will sich nicht auf ein fixes Datum festlegen, was das Ende von Verbrennungsmotoren angeht. Foto: Leif Piechowski

Stuttgart - Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will sich nicht auf ein fixes Enddatum für den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren festlegen. „Ein belastbares Datum für das Ende des Verbrenners fossiler Kraftstoffe zu nennen ist nun wirklich schwer“, sagte Kretschmann auf Anfrage. Eines sei aus seiner Sicht aber klar: „2035 werden wir auf jeden Fall damit durch sein.“

Zuvor hatte sein bayerischer Amtskollege Markus Söder (CSU) sich für ein verbindliches Ende des Verbrenners im Jahr 2035 ausgesprochen – nach dem Vorbild des US-Bundesstaats Kalifornien und anderer europäischer Länder. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat dagegen bereits seine Abneigung bekundet. Er sieht den Fokus auf besseren Rahmenbedingungen für die E-Mobilität.

Kretschmann verweist auf Ladenetz

Ministerpräsident Winfried Kretschmann zur Aussage MP Söder zur Zukunft des Verbrennungsmotors. Inzwischen gebe es „kein ernst zu nehmendes Automobilunternehmen, das sich nicht entschlossen und mit viel Geld und Know-how auf dem Weg in die emissionsfreie Mobilität gemacht hat“, sagte Kretschmann.

Die politische und ökonomische Zukunft der Mobilitätsindustrie liege beim emissionsfreien Antrieb. „Wir haben uns vor dreieinhalb Jahren dafür entschieden, einen etwas anderen Weg zu gehen und konkrete Beiträge für die tatsächliche Realisierung dieses Ziels zu erbringen“, so Kretschmann.

Der Ministerpräsident verweist etwa darauf, dass im Land unter anderem ein Netz von Ladesäulen aufgebaut worden sei. Es stünden in Baden-Württemberg alle zehn Kilometer eine Ladesäule, alle 20 Kilometer eine Schnellladesäule, alle mit erneuerbarer Energie gespeist. „Wir haben damit schon einiges erreicht, wovon unser Nachbarland nur träumen kann“, sagte Kretschmann mit Blick auf Bayern.

Autoindustrie für E-Fuels

Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, sagte: „Für einen wirksamen Beitrag des Verkehrssektors zum Klimaschutz muss man in erster Linie bei den Energieträgern ansetzen, nicht bei den Antriebsarten.“ Es könne auch mit Verbrennern und sauberen Kraftstoffen „entscheidend zur CO2-Reduzierung beigetragen werden“.

Söders Vorstoß sei ein wichtiger Impuls, „denn mit Fahrzeugflotten, die mit fossilen Kraftstoffen oder Kohlestrom betrieben werden, sind die Pariser Klimaziele auf Dauer nicht zu erfüllen“. Dazu seien auch E-Fuels oder Wasserstoff nötig.

Das hält auch Kretschmann so. Es gehe „nicht um den Verbrennungsmotor, sondern um den Verbrennungsmotor, gespeist von fossilen Kraftstoffen“. Ob sich die E- Mobilität durchsetze, Wasserstoff, E-Fuels oder ein Mix von allen, das werde der Markt weisen. „Wir bleiben da bei unserer Haltung der Technologieoffenheit“, sagte Kretschmann.

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