Vorwurf der Vergewaltigung Pornostar drohen 90 Jahre Haft

Von dpa/AFP/smr 

Gerüchte hatte es schon seit Jahren gegeben, nun ist Pornostar Ron Jeremy in Los Angeles festgenommen worden. Er soll mehrere Frauen vergewaltigt haben.

Pornostar Ron Jeremy soll mehrere Frauen vergewaltigt haben. Foto: AFP/Ethan Miller
Pornostar Ron Jeremy soll mehrere Frauen vergewaltigt haben. Foto: AFP/Ethan Miller

Los Angeles - Pornostar Ron Jeremy wird von der US-Justiz der mehrfachen Vergewaltigung beschuldigt. Dem 67-Jährigen wird vorgeworfen, drei Frauen vergewaltigt und eine weitere Frau sexuell attackiert zu haben, wie die Staatsanwaltschaft in Los Angeles am Dienstag mitteilte. Drei der Vorfälle sollen sich in den Jahren 2017 bis 2019 in einer Bar in West Hollywood ereignet haben, der vierte Vorfall 2014 in einem Privathaus.

Jeremy wurde in Polizeigewahrsam genommen, seine Kaution auf 6,6 Millionen Dollar (umgerechnet 5,8 Millionen Dollar) festgesetzt. Laut Mitteilung drohen Jeremy im Fall eines Schuldspruchs 90 Jahre Haft. Sein Anwalt Stuart Goldfarb wies die Anschuldigungen zurück. Jeremy sei kein „Vergewaltiger“. Der 67-Jährige wird allerdings schon seit Jahren in der Pornobranche der sexuellen Gewaltanwendung bezichtigt. So veröffentlichte das Webcam-Model Ginger Banks 2017 ein Youtube-Video, in dem sie ankündigte, Vorwürfe sexueller Gewalt durch den Pornostar zu sammeln.

Jeremy, mit bürgerlichem Namen Ronald Jeremy Hyatt, zählt zu den ikonischen Figuren der Porno-Branche. Er hat in mehr als 1700 Sexfilmen mitgespielt. 2007 brachte er eine Autobiografie mit dem Titel „Ein Mann und viertausend Frauen“ heraus. Darin bezeichnete er sich als sexbesessen. Die Vorwürfe stritt er stets ab, so auch gestern via Twitter.

Der 67-Jährige reiht sich in eine ganze Serie von prominenten Figuren der US-Unterhaltungsindustrie ein, die in den vergangenen Jahren der sexuellen Gewalt beschuldigt wurden. Am Montag hatte sich der Filmproduzent David Guillod der Polizei gestellt, nachdem er von der Justiz formell der mehrfachen Vergewaltigung, sexueller Angriffe und der Entführung von vier Frauen beschuldigt worden war. Der 53-Jährige Guillod produzierte unter anderem den in Berlin spielenden Actionfilm „Atomic Blonde“ mit Charlize Theron in der Hauptrolle. Auch er weist alle Anschuldigungen zurück.

Der Fall Weinstein bringt die Sache ins Rollen

Die Welle der Gewalt- und Übergriffsvorwürfe gegen Prominente der Unterhaltungsbranche hatte mit dem Fall des Hollywoodmoguls Harvey Weinstein begonnen, der inzwischen in New York eine 23-jährige Haftstrafe wegen Missbrauchs und Vergewaltigung verbüßt. Das Bekanntwerden der Anschuldigungen gegen Weinstein hatte im Herbst 2017 die weltweite #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen ausgelöst.




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