Votingsystem bei "Unser Star für Malmö" Wut der Fans bricht sich im Netz Bahn

Von Rebecca Müller 

Kaum war am Donnerstag bei "Unser Star für Malmö" die Entscheidung gefallen - Cascada fährt für Deutschland zum ESC - brach sich im Netz der Frust vieler Zuschauer Bahn. Von Betrug und Kungelei ist gar die Rede.

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Stuttgart - Kaum war am Donnerstagabend bei "Unser Star für Malmö" die Entscheidung gefallen - Cascada fährt für Deutschland zum Eurovision Song Contest (ESC) - brach sich im Netz der Frust vieler Zuschauer Bahn. Von Betrug und Kungelei ist in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter die Rede.

Stein des Anstoßes ist das komplizierte Votingsystem, mit dem die ARD den Sieger des ESC-Vorentscheids kürte. Die Abstimmung erfolgte in drei Stufen. Die Zuhörer einiger Radiosender wie SWR3, 1Live und Bayern3 konnten bereits in der Woche vor der Show ihre Stimme für einen der Kandidaten abgeben. "Schließlich werden die Songs ja im Radio gespielt", sagt ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber in einem Interview auf der deutschen ESC-Homepage. Dieses Abstimmungsergebnis wurde dann in der Show mit den Punkten der Fernsehzuschauer und dem Voting der Jury zu gleichen Teilen zum Endergebnis zusammengezählt - und heraus kam der Sieger: Cascada mit Glorious.

Unterschiedliche Auffassungen

Das Problem: Vor allem die Radiozuhörer bewerteten die Songs der Kandidaten anders als die fünfköpfige Jury, die aus Tim Bendzko, Mary Roos, Anna Loos, Peter Urband und Roman Lob bestand. Erstere hätten LaBrassBanda gern beim ESC gesehen, deshalb gab es für die Bayern 12 Punkte. Auch die Fernsehzuschauer beurteilten deren Auftritt als sehr positiv und vergaben immerhin noch 10 Punkte. Die Jury dagegen hatte für die Bläser-Band nur einen Punkt übrig.

Anders bei Cascadas "Glorious": Aus dem Radio erhielt die Pop-Nummer 10 Punkte, von den Fernsehzuschauern 12 Punkte und von der Jury 8 Punkte. Insgesamt kam Cascada damit auf 30 Punkte und holte sich so den Sieg, LaBrassBanda musste sich mit dem zweiten Platz und 23 Punkten begnügen.

Nun ist im Netz ein Aufruhr ausgebrochen: Ist es gerecht, wenn fünf Jurymitglieder ein Drittel des Votings bestimmten? Hätten nicht LaBrassBanda zum ESC fahren müssen? Wir dokumentieren die Netz-Diskussion mit einem Storify.




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