Waldhaus Hildrizhausen Bildungsprojekte für Jugendliche

Absolventen des Projektes „Oriental“ mit ihren Lehrern und  und Betreuern. Foto: Waldhaus
Absolventen des Projektes „Oriental“ mit ihren Lehrern und und Betreuern. Foto: Waldhaus

Das Waldhaus Hildrizhausen bietet jungen Menschen, die auf die schiefe Bahn geraten sind, eine Möglichkeit ihren Schulabschluss oder eine Ausbildung zu machen.

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Hildrizhausen - Corona hat diese jungen Menschen noch härter getroffen als viele Gleichaltrige. Wer ein warmen Nest sein Zuhause nennen kann, hatte es mit dem Fernunterricht schwer genug, am Ball zu bleiben – was aber machen junge Menschen, die letztlich allein auf sich gestellt sind? So einige haben zu ihrem Glück den Weg ins Waldhaus gefunden: die Waldhaus Jugendhilfe aus Hildrizhausen bietet chancengeminderten Jugendlichen die Möglichkeit, einen Schulabschluss oder eine Ausbildung in ausgewählten Metallberufen zu absolvieren. Zahlreiche Jugendliche haben auch in diesem Jahr die angebotenen Projekte genutzt und können jetzt stolz ihr Abschlusszeugnis hochhalten.

Nach ihrer IHK-Prüfung sind zwei der Absolventen nun Fachkraft für Metalltechnik in der Fachrichtung Zerspanungstechnik. Beide werden in stationären Wohngruppen im Waldhaus betreut und haben in der hauseigenen Waldhaus-Werkstatt auf dem Stammgelände in Hildrizhausen ihre Ausbildung gemacht. Neben dem nötigen fachlichen Können vermitteln die beiden Ausbildungsmeister Klaus Vötsch und Hans-Jürgen Teufel den Jugendlichen auch wichtige persönliche Fähigkeiten, begleiten und betreuen sie über die rein fachliche Ausbildung hinaus. „Team- und Projektarbeit sowie pädagogische Zusatzangebote fördern Motivation, Leistungsbereitschaft und Zuverlässigkeit der Auszubildenden“, sagt der Bereichsleiter der Jugendberufshilfe Uwe Seitz über dieses Modell. „Die Waldhaus-Werkstatt ist kein von der Außenwelt abgeschirmter Raum. Wir arbeiten eng zusammen mit Schulen, Berufsschulen und sozialen Institutionen wie auch mit Handw6erks-, Industrie- und Dienstleistungsbetrieben.“

Bildungsprojekte „ProWerk“ und „Oriental“ bieten Zukunftsperspektive

Weitere pädagogische Bausteine im Waldhaus sind die beiden Bildungsprojekte „Prowerk“ und „Oriental“. Fünf Jugendliche schafften im Rahmen der Maßnahme „Prowerk“, finanziert über den Landkreis Böblingen, ihren Hauptschulabschluss. „Hier werden Jugendliche in einer kleinen Gruppe unterrichtet“, beschreibt Uwe Seitz das Projekt. „Neben dem normalen Unterricht absolvieren die Schülerinnen und Schüler zugleich Arbeitsprojekte, was eine wichtige pädagogische Komponente ist, ansonsten würden sie den Schulabschluss nicht schaffen.“ Mit der Theodor-Heuss-Schule in Böblingen hat das Waldhaus eine Kooperation.

Ähnliche Voraussetzungen sind im Projekt „Oriental“ gegeben. Dort wird Jugendlichen aus der Intensiv- und Regelwohngruppe ein Schulabschluss ermöglicht. „Innerhalb von „Oriental“ werden die Jugendlichen von Mitarbeitenden und Lehrern der Waldhaus Jugendhilfe beschult“, erklärt Michael Weinmann, Bereichsleiter der stationären Hilfen, „die Nähe zur Betreuung ist hierbei enorm wichtig.“

Die jungen Männer galten als unbeschulbar

In Intensiv- und Regelwohngruppe werden verhaltensauffällige männliche Jugendliche ab 14 Jahren betreut, die durch klare und verbindliche Gruppenstrukturen schrittweise wieder an einen geregelten Alltag herangeführt werden sollen. „Oriental“ ist dabei ein entscheidender Schritt, den vier junge Männer nun mit ihrem erfolgreich abgeschlossenen Hauptschulabschluss über eine Schulfremdenprüfung gegangen sind. „Keiner hat an diese Jugendlichen geglaubt, auch die Corona-Pandemie hat die Beschulung nochmals erschwert“, berichtet Ivana Sten, die gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen Cassandra Fallahi, Ellen Bornemann und Herbert Appelrath das Projekt durchgeführt hat und die Jugendlichen auch bei Rückschlägen immer wieder motivierte. „Die Jungs galten als unbeschulbar und haben es dennoch geschafft“, führt Michael Weinmann weiter aus, „sie nutzten die Chance und erreichten, was zunächst als unmöglich erschien.“ Einen großen Teil dazu beigetragen hat auch die Friedrich-Kammerer-Schule in Ehningen, die als Partner fungierte. „Für alle Beteiligten ist das ein toller Erfolg“, sagt Michael Weinmann.




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