Wasserschaden in Schorndorf Leitung durchnässt Mensaboden

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Ein defektes Wasserohr beschert einer erst im vorigen Herbst eröffneten Schorndorfer Mensa eine aufwendige Sanierung. Bis zum Schuljahresbeginn soll alles abgeschlossen sein.

In der Mensa Leckerhalde werden Leitungen in den Wänden inspiziert. Foto: Gottfried Stoppel
In der Mensa Leckerhalde werden Leitungen in den Wänden inspiziert. Foto: Gottfried Stoppel

Schorndorf - Die erst im vergangenen September eröffnete Schorndorfer Mensa mit dem Namen „Leckerhalde“ wirkt in diesen Tage sehr verändert. Die Möbel sind zur Seite geschoben, in der Küche verpacken Arbeiter Schränke in Kunststofffolie. Im Boden sind im Zwei-Meter-Abstand Löcher gebohrtworden, durch welche in den nächsten Wochen Trockungsgeräte Feuchtigkeit absaugen sollen. Es gilt, den Estrich wieder trocken zu bekommen, nachdem eine defekte Wasserleitung in dem für 4,6 Millionen Euro errichteten Neubau einen Schaden verursacht hat. „Die Mensa ist unser Sorgenkind“, sagt Pascale-Christin Sonnek, Abteilungsleiterin für Hochbau bei der Stadt Schorndorf.

Monatelang ist unbemerkt Wasser aus einer Frischwasserleitung in einem Rinnsal in den Estrich geflossen. Der Schaden sei erst aufgefallen, als sich der Boden unter einer Spülmaschine senkte, sagt Sonnek. Es stellte sich heraus, dass nicht die Maschine, sondern die einige Meter entfernte Leitung hinter der Behindertentoilette den Estrich geflutet hatte. Die Ursache: ein undicht gekoppeltes Rohrstück.

Schlachtplan für die Trocknung

Die Versicherung des Handwerkers hat jetzt eine Sanierungsfirma aus Remshalden beauftragt, welche die Sache generalstabsmäßig angehen will. „Das ist unser Schlachtplan“, sagt deren Planer Christoph Balint und deutet auf einen Papiergrundriss der Mensa, der vor ihm ausgebreitet liegt und alle Löcher farbig markiert. In den nächsten Tagen wolle man mehrere tausend Liter Desinfektionsmittel durch einige der Löcher in den Estrich pressen und durch andere wieder abpumpen. Das soll verhindern, dass sich Keime in dem Boden festsetzen, die unangenehme Spätfolgen haben könnten. Erst danach werden die Trocknungsgeräte beginnen, die Feuchtigkeit aus dem Estrich zu saugen. Es gelte, immer wieder nachzumessen, ob das im zeitlichen Rahmen funktioniere, sagt Balint. „Bis zum Schulbeginn am 11. September müssen wir fertig sein.“

Das finanzielle Ausmaß des Schadens sei gegenwärtig nur schwer zu beziffern, sagt Pascale-Christin Sonnek. Es werde sicherlich mehrere zehntausend Euro kosten, schätzt sie. Die Stadt müsse jedoch nicht selbst als Financier einspringen, die Abwicklung laufe über die Versicherungen.

2013 Wasserschaden in der Sporthalle

Es ist bereits das zweite Mal, das die Stadt Schorndorf mit einem Wasserschaden an einem Neubau zu tun hat. Anfang des Jahres 2013 hatte sich herausgestellt, dass, dass in der erst wenige Monate zuvor fertiggestellten Lauswiesensporthalle im Teilort Haubersbronn die Abläufe einer Dusche im Estrich endeten. Auch dort musste der Boden saniert werden, die Reparatur der Baumängel hatte sich auf rund 150 000 Euro summiert. Damals war ein Generalunternehmer für den Fehler verantwortlich gemacht worden – in der Folge hatte die Stadt gezielt für den Fachbereich Gebäudemanagement nach Fachleuten gesucht, die solche Bauprojekte begleiten, beaufsichtigen und die Handwerkerleistungen einzeln ausschreiben. Trotzdem seien solche Fehler nicht völlig auszuschließen, sagt Pascale-Christin Sonnek. „Wir haben einfach zweimal Pech gehabt.“

Die Reparatur an der Mensa ist jedoch nur eine der Sommerbaustellen, welche die Stadt Schorndorf im Umfeld des Schulzentrums Süd zurzeit angeht. Für rund eine halbe Million Euro werden die Außenanlagen um die Mensa herum umgebaut, eine neue Treppe wird ergänzt, ein kleiner Sportplatz soll den Kindern Bewegungsmöglichkeiten geben. In der Gottlieb-Daimler-Realschule werden Technikräume neu eingerichtet. Es ist der Auftakt einer groß angelegten Sanierung, die 12,5 Millionen Euro kosten soll. Im nahen Max-Planck-Gymnasium entstehen zudem ein Büro und ein Besprechungsraum für den künftigen Schulsozialarbeiter.