Wasserschaden in Schorndorfer Kindertagesstätte Rolle rückwärts für das Kinderhaus Purzelbaum

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Eigentlich sollte das Kinderhaus Purzelbaum in Schorndorf am 7. Januar nach vielen Verzögerungen endlich in Betrieb gehen. Doch wegen einem Wasserschaden kann das Erdgeschoss nicht genutzt werden – ein Teil der Kinder muss deswegen wieder in einer anderen Kita betreut werden.

Das kleine undichte Eckventil hat einen riesigen Wasserschaden im Kinderhaus Purzelbaum verursacht. Foto: /Gottfried Stoppel
Das kleine undichte Eckventil hat einen riesigen Wasserschaden im Kinderhaus Purzelbaum verursacht. Foto: /Gottfried Stoppel

Schorndorf - Eigentlich war alles vorbereitet: Mit Sack und Pack sind Mitarbeiter und Kinder am 20. Dezember von der Kindertagesstätte Sonnenbogen in ihr neues Zuhause, den Schorndorfer Bewegungskindergarten umgezogen. Endlich – denn der Start des von der AWO betriebenen Kinderhauses Purzelbaum musste wegen verschiedener Bauprobleme bereits mehrfach verschoben werden.

Doch statt spielender Kinder waren es am 7. Januar wieder die Handwerker, die das Erdgeschoss fest in ihrer Hand hatten. Mehr zufällig hatte der Bauleiter Matthias Knauss am 2. Januar festgestellt, dass es an einigen Wänden feuchte Flecken gibt. Ein eilig herbeigerufener Notdienst fand die Ursache: Ein undichtes Eckventil unter einem der Waschbecken im Sanitärbereich. „Ob ein Installations- oder ein Materialfehler vorliegt, das muss jetzt überprüft werden“, sagte Oberbürgermeister Matthias Klopfer bei einem Vororttermin

Im schlechtesten Fall hat sich das Wasser seit sechs Wochen ausgebreitet

Nicht sicher ist auch, wie lange sich bereits Wasser in den Wänden und im Boden ausbreiten konnte. Im schlechtesten Fall seit sechs Wochen, seit Wasser in den Leitungen ist. Die dunklen, feuchten Flecken sind auf jeden Fall nicht nur direkt an der betroffenen, sondern auch an der gegenüberliegenden Wand zu finden. Der Boden wurde aufgebohrt, „wir wollen versuchen, die Feuchtigkeit mittels Unterdruck rauszusaugen“, erläuterte Bauleiter Matthias Knauss, der ganz unglücklich ist: „Wir haben Ende des vergangenen Jahres richtig Gas gegeben, um den Start am 7. Januar zu ermöglichen“, sagte er. Bei den Wänden wieder von vorne anzufangen, das sei wie ein Genickschlag. Wer letztendlich der verantwortliche Verursacher ist, wie groß die Schäden tatsächlich sind, das soll bis zum Technischen Ausschuss am 28. Januar geklärt werden. Bis dahin werden auch die Ergebnisse des hinzugerufenen Baubiologen vorliegen, der das Gebäude auch auf Schimmelbelastung untersucht hat.

Bis dahin wird zudem klar sein, was hinter weiteren feuchten Flecken an einer der Flurwände steckt. „Ich vermute, dass diese durch den dahinter liegenden Tiefkühlraum entstanden sind“, sagte Bauleiter Matthias Knauss.

Die Über-Dreijährigen kommen in der Kita Sonnenbogen unter

Für den Einrichtungsleiter Tim Schopf war spätestens nach dieser Entdeckung klar, dass das Kinderhaus nicht wie geplant starten kann. Der U3-Bereich im Obergeschoss konnte den Betrieb aufnehmen. Aktuell besteht dieser aus 14 Kinder, „es haben die ersten Eingewöhnungen stattgefunden“, sagte Schopf. Die 37 Kinder des Ü3-Bereichs müssen hingegen wieder in der Kita Sonnenbogen betreut werden. Tim Schopf hat alle betroffenen Eltern telefonisch darüber informiert. „Wir können ehrlicherweise nicht sagen, wie lange sie dort bleiben werden“, sagte Klopfer, der von Monaten spricht und froh über das Verständnis der Eltern ist.

Auch Tim Schopf ist zufrieden, dass alle Beteiligten innerhalb kürzester Zeit dafür gesorgt haben, dass die Kita Sonnenbogen wieder reaktiviert werden kann. „Die Mitarbeiter der Zentralen Dienste haben am Dienstagmorgen wieder Tische, Stühle und Spielsachen in den Sonnenbogen gebracht. Obwohl sie bei der Straßenglätte mehr als genug zu tun hatten.“

Nicht der erste Wasserschaden am Neun-Millionen-Projekt

Alle hoffen, dass der Schaden schnell behoben werden kann: „Das ist eine schwierige Baustelle“, sagte OB Klopfer. Bereits die Aushubarbeiten für das knapp neun Millionen Euro teure Gebäude waren aufwendiger gewesen als geplant. Lieferengpässe, aber auch zwei Wasserschäden im vergangenen Frühjahr und Sommer hatten zu weiteren Verzögerungen geführt. Eigentlich hätte die Einrichtung zum Start der Gartenschau im vergangenen Mai eröffnet werden sollen.