Weihnachtsangebote in Verbünden Keine regelmäßige Freifahrt im VVS

Von Konstantin Schwarz 

Ohne Fahrschein auf den Weihnachtsmarkt? Hannover, Münster, Karlsruhe und andere Städte haben dieses Angebot an den Adventssamstagen. Der Stuttgarter VVS sagt, dass ein solches Angebot zur Kundengewinnung verpufft.

Wer würde nicht mal gern auf den Fahrschein verzichten? Die von den Städten gewährte Freifahrt in Bus und Bahn wird aber ein Einzelfall bleiben. Foto: dpa/Edith Geuppert
Wer würde nicht mal gern auf den Fahrschein verzichten? Die von den Städten gewährte Freifahrt in Bus und Bahn wird aber ein Einzelfall bleiben. Foto: dpa/Edith Geuppert

Stuttgart. - Kostenlos zum Einkauf am ersten Adventssamstag? Die Botschaft aus Karlsruhe und anderen Städten der Republik ist bei den Nahverkehrsnutzern in der Landeshauptstadt mit Interesse registriert worden. Warum gibt es dieses Bonbon nicht im Verkehrsverbund Stuttgart? Grundsätzlich, so eine VVS-Sprecherin, könne jede Stadt für einzelne Tage einen „Nulltarif“ beantragen – wenn sie bereit ist, die Einnahmeausfälle auszugleichen. Das geschieht in Waiblingen und Schorndorf.

In Stuttgart wurde zum ersten autofreien Sonntag am 22. September im Stadtgebiet die Freifahrt gewährt. Als Ausgleich wurden 200 000 Euro aus dem Stadtsäckel an den VVS nötig. Samstage weisen im Vergleich zu Sonntagen ein deutlich höheres Fahrgastaufkommen auf. „Die Adventssamstage gehören zu den Tagen mit der höchsten Nachfrage im Jahr überhaupt, viele Bahnen platzen aus den Nähten“, so die VVS-Sprecherin. Sollte es in Zone 1 einen Nulltarif geben, gehe man von einem Betrag „im hohen sechsstelligen Bereich pro Tag“ aus, den die Landeshauptstadt dann an den Verbund zum Ausgleich zahlen müsste.

Stammkunden haben nichts davon

Im VVS-Tarifausschuss gab es Anfragen und eine Diskussion, ob man an allen Samstagen den öffentlichen Nahverkehr kostenfrei machen könnte. Das wurde abgelehnt. Zwar könne man mit einem solchen Angebot neue Kunden gewinnen, die Wirkung verpuffe allerdings, wenn ein solches Angebot häufiger oder regelmäßig komme. Und es sorgt bei Stammkunden für Unmut, denn die können mit ihrem Zeitticket nicht profitieren. In seiner Sitzung am 3. September hat der VVS-Tarifausschuss beschlossen, dass es grundsätzlich keine generellen oder regelmäßigen Freifahrten in Städten und Gemeinden des VVS geben soll. Solche Aktionen sollen anlassbezogen sein. Viele Städte im VVS wollen allerdings 2020 wie schon Ludwigsburg, Herrenberg und Esslingen ein günstigeres Stadtticket einführen.

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