Weil der Stadt Jugendliche reden mit – und das erfolgreich

Von Brunhilde Arnold 

Nach zweijähriger Amtszeit zieht der scheidende Jugendbeirat Bilanz und entwickelt neue Ideen.

Am 15. Juli wurden bereits die neuen Jugendbeiräte gewählt – hier sind sie bei der Ergebnissverkündung zu sehen. Foto: Jana Stäbener
Am 15. Juli wurden bereits die neuen Jugendbeiräte gewählt – hier sind sie bei der Ergebnissverkündung zu sehen. Foto: Jana Stäbener

Weil der Stadt - Bei ihrer letzten Sitzung waren sich alle am Tisch einig: „Der Jugendbeirat ist ein echtes Erfolgsmodell.“ Vor zwei Jahren zum ersten Mal von den Jugendlichen der Keplerstadt gewählt, haben sich die acht Jugendvertreter und ihre Stellvertreter inzwischen als feste Größe etabliert. Ergänzt wird der Beirat durch je ein Mitglied der Gemeinderatsfraktionen, einen Vertreter des Kinder- und Jugendbüros sowie des Jugendhauses Kloster und des Stadtjugendrings. Tanja Kübler als Leiterin des Jugend- und Sozialamtes komplettiert das Gremium.

„Wir tagen sonst immer im Sitzungssaal des Rathauses“, sagte Maximilian Frank vom Kinder- und Jugendbüro. „Aber heute ist alles etwas legerer.“ Deswegen traf man sich im Jugendcafé im Kolpingweg mit anschließendem Grillen. Schließlich war es die letzte offizielle Zusammenkunft des noch amtierenden Jugendbeirats. Der neue wurde schon gewählt – mit einer beachtlichen Wahlbeteiligung von 50 Prozent – und wird am 6. Oktober eingesetzt. Obwohl die Zeit nun knapp wird, treiben die Jugendvertreter noch eine Menge Ideen um. Grillen und ein Fußballturnier etwa oder eine Radtour mit jungen Flüchtlingen können sie sich vorstellen. Idealerweise mit den neugewählten Jugendvertretern zusammen. Geld für Aktivitäten ist noch in den Fördertöpfen von Bund und Land. Amtsleiterin Kübler schlug vor, eine Projektgruppe zu bilden, Ansprechpartner ist Fabian Buntak. Der 19-Jährige hat kürzlich das Abitur am Beruflichen Gymnasium in Leonberg gemacht und studiert demnächst.

W-Lan für Junge und Touristen

Was konnten die gewählten Vertreter der Weil der Städter Jugend in ihrer zweijährigen Amtszeit erreichen? Louisa Avdijaj erzählte vom W-Lan-Projekt: „Wir wollten, dass Jugendliche sich mehr in der Innenstadt aufhalten. Deswegen haben wir uns dafür eingesetzt, dass es an der Stuttgarter Straße bis zum Marktplatz einen W-Lan-Zugang gibt“, sagte sie. Das nütze ja auch den Touristen, die in die Stadt kommen. Nun ist nach der Installation von zwei Hot Spots drei Stunden freies Surfen für alle im Zentrum möglich.

Weitere Highlights waren eine Reise nach Prag und das Drehen eines flotten Videos über den neuen Jugendbeirat. Der Film steht auf der Homepage von Weil der Stadt. Vor Kurzem organisierten die jungen Macher eine Jugendbeirats-Party in der Stadthalle. Für dieses Event hätten sie sich allerdings mehr als die 110 erschienenen Gäste gewünscht. „Es gab einfach zu viele andere Veranstaltungen drumherum“, ist eine Erklärung dafür. Amtsleiterin Kübler lobte die Jugendlichen für ihr Engagement: „Für die kurze Zeit, in der sie das Fest auf die Beine gestellt haben, war es gut.“ Und Fabian Buntak ergänzte: „Jetzt steht ein Grundkonzept, das wir auch unseren Nachfolgern weitergeben können.“

Im Stadtteil Hausen, wo es bisher keine Räume für ältere Jugendliche gab, startete der Jugendbeirat ein Bauwagenprojekt. Volljährige Jugendbeiräte schauen dort nach dem Rechten. Die 16-jährige Laura Blaszcyk gehört auch dem neu gewählten Jugendbeirat an. Sie will sich besonders dafür einsetzen, dass das Jugendhaus Kloster wieder in Betrieb gehen kann.

Louisa Avdijaj hat die Mitarbeit im Gremium viel Spaß gemacht. „Man sieht auch, was im Gemeinderat so abläuft.“ Und Lisa-Maria Nalbach ergänzte: „Man hat uns viel Vertrauen entgegengebracht. Das war eine gute Erfahrung, auch fürs Leben“, sagte die 20-jährige Studentin.

Beirat noch bekannter machen

Gemeinderätin Cornelia Schmalz und ihr Kollege Emilio Diaz lobten die Jugendlichen für ihr Engagement. „Ihr habt euch dem Gemeinderat gut präsentiert“, sagt die SPD-Rätin Schmalz. Und Diaz (FWV) bekräftigte: „Man spricht auf Augenhöhe miteinander.“ Die Gemeinderäte im Jugendbeirat gaben den Jugendlichen Tipps und vertraten auch zuvor erarbeitete gemeinsame Positionen. Für Fabian Buntak steht fest: „Der Jugendbeirat muss noch bekannter werden.“ Und es brauche noch mehr Plätze, an denen sich Jugendliche treffen können, „damit sie nicht mehr wegmüssen vom Ort“. Aber Fabian ist optimistisch: Aus den Reihen des neuen Jugendbeirats gibt es schon eine Idee. „Ein Grillplatz an der Würm wäre gut.“




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