Weindorf-Treff Ein Nopper sind 1,125 Merkel

Die Runde: Christiane Lange, Tom Hörner, Diana Hörger, Nico Burkhardt, Gudrun Weichselgartner-Nopper, Frank Nopper (von li.) Foto:   13 Bilder
Die Runde: Christiane Lange, Tom Hörner, Diana Hörger, Nico Burkhardt, Gudrun Weichselgartner-Nopper, Frank Nopper (von li.) Foto:  

Beim Weindorf-Treff von SWR 4, Stuttgarter Nachrichten und Stuttgarter Zeitung plaudern Prominente auf dem Schillerplatz. Man erfährt, was Donald Trump so isst, dass Frank Nopper blaue Anzüge mag und seine Gattin Gudrun einen genauen Blick auf Männerbrüste hat.

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Stuttgart - Mit einem Hackbraten kann man ihm eine Freude machen. Nein, die Rede ist nicht von Stuttgarts OB Frank Nopper, sondern vom amerikanischen Ex-Präsidenten Donald Trump. Das verriet Sternekoch Nico Burkhardt am Donnerstagabend beim Weindorf-Treff von SWR 4 Studio Stuttgart, Stuttgarter Nachrichten und Stuttgarter Zeitung auf dem Schillerplatz. Als 21 Jahre alter Koch arbeitete er in Palm Beach in Florida in einem Privatclub von Trump. „Der kam immer in die Küche und hat bestimmt, was die anderen Gäste essen.“ Nicht immer, aber gerne Hackbraten.

Palm Beach an der Murr

Frank Nopper hat, was Trump vergeblich anstrebte: Ein Amt für acht Jahre. Der Stuttgarter OB ist ohnehin der Mann für die lange Strecke. Beinahe 19 Jahre lang war er Schultes in Backnang, wie Moderator Tom Hörner ausrechnete, seien das im Vergleich zur Amtszeit der Bundeskanzlerin 1,125 Merkel. Apropos Backnang, wenn man Nopper und seine Frau Gudrun Weichselgartner-Nopper davon schwärmen hörte, entstand vor dem inneren Auge sofort das Bild von einem Palm Beach an der Murr, halt ohne Strand. „Von Backnang lernen, heißt siegen lernen“, sagte Nopper. Und zumindest bei der Promidichte auf den Standesämtern kann Stuttgart nur von einer Backnangisierung profitieren: Hat Nopper doch die Sängerinnen Andrea Berg und Vanessa Mai getraut.

Was gibt es besseres als Rostbraten?

Doch bei allen Frotzeleien der vorgeblichen Großstädter, Nopper ist der einzige gebürtige Stuttgarter der Runde. Burkhardt etwa kommt aus Wittenberg, ist seit zehn Jahren im Schwäbischen. Und gastronomisch schon völlig integriert. Beurteilt er doch die Künste eines Koches vor allem nach einem Gericht: „Rostbraten.“ Weil er vor allem Fleisch liebt. Womit er auch nicht hinter dem Berg hielt. Als Christiane Lange, Direktorin der Staatsgalerie, erzählte, ihr Patentier in der Wilhelma sei ein Schwäbisch-Hällisches Landschwein, sagte Burkhardt trocken: „Ich habe heute Schweinebauch bestellt.“ Veganes Essen gibt es in der Tat in seinem gleichnamigen Restaurant in Schorndorf nicht, „ich stehe alleine in der Küche, das schaffe ich nicht“. Vegetarisch ja, aber zudem liebe er die französische Küche, koche zu gerne mit Butter und Sahne.

Zu viel ist zu viel

In angemessenen Dosen natürlich. Zu viel ist zu viel. Das gilt nicht nur für die Küche. Auch für die Kunst. „Wir haben 5000 Bilder und 300 000 Kunstwerke auf Papier wie etwa Fotoarbeiten“, sagte Lange, „deshalb treffen wir eine Vorauswahl, das schaffen sie sonst nie.“ Sie selbst wandelt gerne des Abends durch die Staatsgalerie, „da ist die Kunst dann so präsent wie nur die Menschen.“ Nopper musste auf Nachfrage von Moderatorin Diana Hörger bekennen, dass er im Gegensatz zu einem jüngeren Bruder, der Industriedesigner ist, kein künstlerisches Talent habe. Doch dass hindere ja nicht am Kunstgenuss, sagte Lange. „Man kann die Schönheit erfassen, ohne eine gerade Linie zeichnen zu können“, sagte sie, „wie man sich auch an einem klassischen Konzert erfreuen kann, ohne Klavier spielen zu können.“ Das konnte Burkhardt bestätigen, der einmal für den Pianisten Lang Lang gekocht hat. „Ich habe keine Ahnung, kenne mich überhaupt nicht aus“, sagte er, „aber das war ein großartiges Erlebnis für mich und mein Team .“

Falsch geknöpft

Apropos Essen. Nicht jeder kann sich einen Rostbraten leisten. Deshalb hat Gudrun Weichselgartner-Nopper den Verein Stille Not gegründet. An Weihnachten hat sie mit ihrer Familie Essen ausgegeben. Und dabei festgestellt, „dass viele Rentner gekommen sind und sich ihr Weihnachtsmahl abgeholt haben“. 50 000 Euro hat sie gesammelt, was die Arbeit der Bahnhofsmission für ein Jahr sichert. Nun möchte sie regelmäßig Veranstaltungen ausrichten, Überlegungen gebe es etwas mit dem Friedrichsbau Varieté zu machen. Neben dieser ehrenamtlichen Arbeit gibt sie Knigge-Seminare. Und bewies gleich ein unbestechliches Auge. Sie wies Tom Hörner darauf hin, dass er sein Hemd falsch geknöpft hatte. Mit vereinten Kräften konnte man ihn davon abhalten sich auszuziehen, um das umgehend zu korrigieren. Die Schieflage ließ sich eher ertragen.

Blau auf dem Weindorf

In Sachen Klamotten berät sie auch ihren Mann. Fünf Anzüge habe er, alle blau, in folgenden Schattierungen: „hellblau, mittelblau, dunkelblau“. Denn blau „ist die Farbe, die Sympathie schafft, während Schwarz die Farbe der Distanz ist“, erläuterte Gudrun Weichselgartner-Nopper. Das erklärt, warum auch ein anderer Staatsmann blaue Anzüge liebt: Donald Trump.




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