Weissach/Mönsheim Leichter mit dem Rad von Flacht nach Mönsheim

Von Torsten Schöll 

Die Gemeinde lässt sich den Ausbau von 300 Meter Feldweg 100 000 Euro kosten.

Zu gefährlich? Radler und Fußgänger nutzen diesen Schotterweg. Foto: Gemeinde Weissach
Zu gefährlich? Radler und Fußgänger nutzen diesen Schotterweg. Foto: Gemeinde Weissach

Weissach - Nur über Stock und Stein kommt man derzeit mit dem Fahrrad von Flacht nach Mönsheim. Das war insbesondere der Fraktion der Bürgerliste im Weissacher Gemeinderat ein Dorn im Auge, deshalb hatte sie beantragt, den Weg auszubauen. Das wird jetzt umgesetzt. Die Mehrheit des Rates hat dem Antrag nach mehrmonatigen Beratungen zugestimmt.

Dabei geht es um einen etwa 320 Meter langen Feldweg im Gewann „Tränke“. Seit Porsche sein Werk 2007 in Richtung Westen erweitert hat, gibt es den regulären, geteerten Radweg nicht mehr. Fahrradfahrer und Fußgänger müssen entweder einen geschotterten Weg nehmen, was bei schlechtem Wetter kaum möglich ist – oder einen zehnminütigen Umweg. „Der Umweg führt aber steil bergauf und bergab“, hatte Andreas Pröllochs, der Fraktionschef der Bürgerliste, im Juli angemahnt, „mehrere Bürger sind deswegen auf uns zugekommen.“

Ein langes Ringen

Um die Frage, ob, und wenn ja, wie man ein kleines Feldwegstück befestigen kann, hatten Gemeinderat und Verwaltung gerungen. Weissachs Bürgermeister Daniel Töpfer (CDU) hatte im September mehrere Ausbau-Varianten vorgestellt, die zwischen 75 000 und 110 000 Euro kosten würden. Pröllochs konterte damals, ein ihm bekannter Bauunternehmer würde es für knapp 37 000 Euro machen. In der letzten Gemeinderatssitzung vergangenen Montag musste er nun zurückrudern. „In der Leistungsbeschreibung sind Positionen, die sich dem Laien nicht erschließen“, begründete er seine Fehleinschätzung.

Hinzu kommt, dass das betroffene Gewann im Landschaftsschutzgebiet liegt. Die Naturschutzbehörde des Landratsamts Böblingen hatte deshalb bereits im Vorfeld einen asphaltierten Ausbau abgelehnt. Ein Ausbau „in wasserdurchlässiger Bauweise“ sei aber möglich. Das wäre ein Weg aus Mineralschotter beziehungsweise Mineralbeton.

Wie wäre ein Kompromiss?

Als Kompromiss hatte Töpfer im September vorgeschlagen, einen Profi mit einer Planung zu beauftragen. Das Ergebnis des Büros Mayer Ingenieure aus Böblingen liegt jetzt vor. Demnach bedarf es auch für 300 Meter aufwendige Wegebauarbeiten, den Mineralschotter, Vermessungstechnik, eine Baustelleneinrichtung, eine Baustellensicherung, das Freimachen des Baufeldes, Aushub- und Auffüllungsarbeiten sowie die Herstellung der Trag- und Deckschicht. Kostenpunkt: rund 108 500 Euro.

Dem Bürgermeister schien der Ausbau um diesen Preis zwar nicht unbedingt nötig. Er betonte: „100 000 Euro zu diesem Zweck in einen Feldweg zu investieren, halten wir aus Sicht der Verwaltung für nicht richtig.“ Das Kosten-Nutzen-Verhältnis sei fern ab von einem positiven Saldo, so Daniel Töpfer.

Dennoch entschied sich die Mehrheit des Gemeinderats gegen die Stimmen der Freien Wähler und des Bürgermeisters für den Ausbau, gab ihn in Auftrag und stellte das Geld zur Verfügung.




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