Weissacher Rathauspolitik „Der Blick ist nach vorne gerichtet“

Von Thomas K. Slotwinski 

Daniel Töpfer ist seit zweieinhalb Jahren Bürgermeister und hat die Verwaltung seither komplett umgekrempelt. Damit hat er sich nicht nur Freunde gemacht.

Nach zweieinhalb Jahren als Rathauschef sieht Daniel Töpfer seine Reformbemühungen bei der Hälfte angelangt. Foto: factum/Bach
Nach zweieinhalb Jahren als Rathauschef sieht Daniel Töpfer seine Reformbemühungen bei der Hälfte angelangt. Foto: factum/Bach

Weissach - Kaum einen Stein auf dem anderen gelassen hat Daniel Töpfer, seit er im Oktober 2014 das Bürgermeister-Büro im Weissacher Rathaus bezogen hat. Der junge CDU-Mann hatte im Juli 2014 deutlich gegen die Amtsinhaberin Ursula Kreutel gewonnen. Die komplette Führungsebene hat er seither ausgetauscht, einige Mitarbeiter haben freiwillig gekündigt. Der Christdemokrat berichtet fast regelmäßig im Gemeinderat von „nicht nachvollziehbaren“ Entscheidungen aus der Vergangenheit, die massive finanzielle Auswirkungen auf die Gemeinde hätten. Nach außen profiliert sich der erst 28-Jährige als Aufräumer, der die komplette Verwaltungsarbeit vom Kopf auf die Füße gestellt hat. Der Gemeinderat trägt die Reorganisation mehrheitlich mit.

Doch es gibt auch Stimmen, wonach die Atmosphäre im Rathaus schlecht ist und dem forschen Bürgermeister die Leute wegliefen. Da passt es ins Bild, dass die langjährige Personalratsvorsitzende gekündigt hat. Töpfer sieht das anders. Mit einem neu formierten Team würden sich die Erfolge nach und nach einstellen. Gleichwohl sei er bei seinen Reformbemühungen erst auf der Hälfte des Weges angelangt, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung sagt.

Herr Töpfer, Sie sind jetzt fast zweieinhalb Jahre im Amt und haben im Rathaus kaum einen Stein auf dem anderen gelassen. Hatten Sie vor Ihrer Wahl geahnt, was auf Sie zukommt?
Im Wahlkampf hatte ich immer wieder gehört, dass die Bürger im Rathaus den Dienstleistungsgedanken vermissen. Aber dass ich nahezu alles umkrempeln muss, das habe ich mir im Traum nicht gedacht.
Wie war das denn an Ihrem ersten Tag?
Das war der 29. September 2014. Ich hatte mich nach einer Zuständigkeitsordnung erkundigt, die gab es aber nicht. Das „aktuelle“ Organigramm war von 2012, also über zwei Jahre alt. Auffällig war, dass es sieben Ämter und mehrere Fachbereiche gab. Das ist sehr viel für eine Gemeinde mit 7500 Einwohnern. Deshalb habe ich die Zahl am Anfang des Jahres 2015 auf drei Ämter reduziert.
Im Alleingang?
Ja, das fällt klar in die Zuständigkeit des Bürgermeisters.
Wie waren die Reaktionen?
Im Gemeinderat in der großen Mehrheit positiv. Mir ging es ja nicht um Reduzierung aus dem Selbstzweck heraus, sondern um eine klare Zuordnung der Zuständigkeiten und Verantwortungen: Welche Ressourcen haben wir für welche Aufgaben? Wer darf wie mit Haushaltsgeldern umgehen? Da gab es keine Vorgaben, deshalb konnte es auch niemand kontrollieren. Es gab seit 1999 keine Regeln zur Bewirtschaftung. Zur dienstlichen Nutzung von Fahrzeugen oder zur Pressearbeit gab es gar nichts.
Dass Sie damals altgediente Amtsleiter versetzt hatten, hat für großes Aufsehen gesorgt. Gab es Kritik aus der Politik?
Bei der Umbesetzung war die Unterstützung des Gemeinderates grundsätzlich vorhanden. Man muss ja sehen, dass die Amtsleiter bis dato eine besondere Stellung hatten. Sie waren quasi unantastbar. Und jetzt hatten sie gemerkt, dass sich etwas ändert, und dass es jeden treffen kann.
Haben Sie die Personalentscheidungen ebenfalls im Alleingang getroffen?
Ich hatte die Fraktionsvorsitzenden vorher informiert. Aber es war keine einfache Zeit, und die mediale Begleitmusik war natürlich nicht gerade förderlich.
Sie haben jetzt ein sehr junges Führungsteam.
Die Neubesetzungen waren ein echter Befreiungsschlag, wenngleich die Detailarbeit dann erst begonnen hat. In weiten Bereichen fehlende Akten und Zahlen bereiten uns bis zum heutigen Tag große Probleme.



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