Welt-Frauengipfel in Berlin Merkel setzt sich für Geldfonds zur Frauenförderung ein

Von red/dpa 

Ein ungewöhnlicher und prominent besetzter Gipfel geht dem Ende zu. Zum Abschluss des Welt-Frauengipfels in Berlin kommt Kanzlerin Merkel noch einmal vorbei. Schon vorher hatten US-Präsidententochter Ivanka Trump und die niederländische Königin Máxima Glanzlichter gesetzt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem W20-Gipfel in Berlin. Foto: Getty Images Europe
Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem W20-Gipfel in Berlin. Foto: Getty Images Europe

Berlin - Zum Abschluss des sogenannten W20-Gipfels in Berlin nimmt Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwochnachmittag an einer Podiumsdiskussion über die Gleichberechtigung der Geschlechter teil. Das zweitägige internationale Treffen hat das Ziel, die wirtschaftliche Lage von Frauen zu verbessern, ihnen mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verschaffen und ihre Rolle als Unternehmerinnen zu stärken. Der „Women20 Summit“ wird im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft ausgerichtet. Am Dienstag nahmen daran neben Merkel auch Ivanka Trump, die Tochter des US-Präsidenten, und die niederländische Königin Máxima teil.

Am ersten Tag hatte sich Kanzlerin Merkel für die Gründung eines Geldfonds zur Frauenförderung in Entwicklungsländern stark gemacht. Dieser könnte aus staatlichen und privaten Mitteln gefüllt, bei der Weltbank angesiedelt und dort mit Fördermitteln weiter aufgestockt werden, sagte Merkel bei einem Frauen-Gipfel im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft am Dienstag in Berlin.

Prominente Teilnehmerinnen

Zu den prominenten Teilnehmerinnen des Treffens gehörten auch die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland, die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, sowie die Vize-Chefin der Weltbank, Anne M. Finucane, und die Präsidentin der Trumpf GmbH, Nicola Leibinger-Kammüller.

Merkel sagte, ein solcher Kapitalstock könnte etwa von Deutschland, den USA, Kanada und den Niederlanden gebildet werden - mit privater Hilfe. Freeland zeigte sich „begeistert“, Leibinger-Kammüller bot an, Geld einzusammeln: „Ich kenne jede Menge Leute, die genügend Geld haben.“ Auch die anderen äußerten sich positiv oder interessiert.

Die Teilnahme Ivanka Trumps an dem sogenannten „Women20 Summit 2017“ hatte Spekulationen ausgelöst, ob Merkel versucht, über die Tochter Einfluss auf den US-Präsidenten zu nehmen. Während sich Ivanka Trump für Förderung von Frauen in der Arbeitswelt und Familienfragen interessiert und inzwischen offizielle Beraterin ihres Vaters ist, hatte sich dieser vor allem im US-Wahlkampf mehrfach abfällig und anzüglich über Frauen geäußert.

Merkel fordert mehr Kleinkredite

Ivanka Trump verteidigte ihren Vater. Sie wisse aus eigener Erfahrung, dass er eine positive Haltung gegenüber Frauen habe und auch ihre Rolle in der Arbeitswelt schätze.

Merkel forderte, den Zugang von Frauen zu finanziellen Möglichkeiten allgemein zu verbessern. „Das wollen wir in den politischen Prozess einspeisen.“ Frauen in Entwicklungsländern müssten mehr Kleinkredite bekommen. Frauen könnten besser und lebensnäher wirtschaften.

Lagarde rief alle Staaten auf, für Frauen bessere Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt und eine stärkere Teilhabe am Unternehmertum zu schaffen. Dazu gehöre auch die Absicherung für Mütter, dass es eine gute Betreuung ihrer Kinder gebe.