Weltfaultiertag Ältestes Faultier der Welt kommt ins Guinness-Buch

Faultier Paula hängt im Zoo in Halle/Saale von einem Ast herab. Foto: Hendrik Schmidt/dpa 7 Bilder
Faultier Paula hängt im Zoo in Halle/Saale von einem Ast herab. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

In der Stuttgarter Wilhelma sorgt die Faultier-Mama Edeka für Lachen bei den Besucher. Das älteste in Gefangenschaft lebende der Welt heißt Paula, ist 50 Jahre alt und hat im Bergzoo Halle in Sachsen seine Heimat.

Leben: Markus Brauer (mb)

Halle - Das mit 50 Jahren älteste bekannte Faultier der Welt kommt ins Guinness-Buch der Rekorde. „Wir haben das für Paula beantragt und es wurde bestätigt“, sagte Jutta Heuer, die das Zuchtbuch dieser Tiere für Europa führt, vor dem Weltfaultiertag am 20. Oktober.

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In deutschen Zoos leben 65 Faultiere

Die Zweifingerfaultier-Dame lebt seit 1971 im Bergzoo Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt und feierte im Juni Geburtstag. „Es ist kein Exemplar in Zoos oder freier Wildbahn bekannt, das mehr Jahre auf dem Buckel hat.“ Laut Heuer gab es Ende 2018 insgesamt 65 Faultiere in Deutschlands Zoos und 266 europaweit.

Urzeit-Faultier Paramylodon: drei Meter lang, 680 Kilo schwer

Die Vorfahren der heutigen Faultiere waren wahre Giganten. Diese Riesenfaultiere lebten vor rund 11 000 Jahren in dem Becken um Los Angeles. Die Säugetiere konnten bis zu drei Metern lang und rund 680 Kilo schwer werden. Die Bauarbeiter fanden im Juni 2017 in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) Knochen der Urzeittiere mit Namen Paramylodon.

Die letzten Riesenfaultiere verschwanden am Ende des Erdzeitalters des Pleistozän (das vor 2,58 Millionen Jahren begann und um 9600 v. Chr. endete). Für das Ende ihres paradiesischen Lebens war nicht nur ein einschneidender Klimawandel verantwortlich, sondern auch der Mensch.

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Rottete der Mensch die Riesenfaultiere aus?

Um rund 11 000 v. Chr. besiedelten Paläo-Indianer den Kontinent am Ende der letzten Kaltzeit. Diese Kälteperiode wird in Nordamerika als „Wisconsin glaciation“ bezeichnet. Wie genau diese Besiedlung stattfand, ist bis heute umstritten. Einer Hypothese zufolge erreichten die ersten Menschen den Kontinent über eine damals noch existierende Landbrücke in der Beringsee zwischen Sibirien und Alaska.

Das Paramylodon ist eine ausgestorbene Gattung der Faultiere und gehört zur Familie der Mylodontidae. Er hatte die Größe eines Stieres. Andere Unterarten der Riesenfaultiere konnten ein Gewicht von mehreren Tonnen und sechs Metern Länge erreichen.

Riesenfaultiere in Los Angeles

Anders als die heutigen Vertreter der Spezies war das Paramylodon ein bodenlebendes Faultier. Zahlreiche Fossilienfunde belegen, dass sie in der Spätphase des Pleistozäns in Nordamerika sehr häufig waren. Sie lebten vor allem im Süden der heutigen USA.

Einen wichtiger Fundplatz für die urzeitlichen Tiere sind die Asphaltgruben von Rancho La Brea, eine Ansammlung von mit natürlichem Asphalt (ein schwarzes, zähes Gemisch, das geologisch aus entwässerten organischen Substanzen entstanden ist) gefüllten Gruben im Hancock Park mitten in Los Angeles.

 




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