Welzheim/Korb Lebensretter zeigen Flagge am Aichstrutsee

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Die Freiwilligen der DLRG sind bis Mitte September an allen Wochenenden und feiertags im Einsatz. Sie haben das Wasser im Blick, versorgen kleine und große Wehwehchen –und machen abends auch mal Party.

Jugendwart Foto: Gottfried Stoppel
Jugendwart Foto: Gottfried Stoppel

Welzheim/Korb - Pfingstsamstag, Punkt 13 Uhr: die Fahne wird gehisst. Ab sofort schieben die Freiwilligen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) der Ortsgruppe Korb wieder Dienst am Aichstrutsee bei Welzheim. Für die rund 15 Lebensretter ist das lange Wochenende am See ein klein bisschen wie nach Hause kommen. Die Ortsgruppe mit ihren etwa 60 Aktiven hält hier regelmäßig Wache. Die Sonne strahlt vom Himmel, das Seewasser hat aber nur knapp 16 Grad. Badegäste haben sich bis dato nicht blicken lassen.

„Das ist uns ganz recht“, sagt Michael Rössel, der technische Leiter der Ortsgruppe. Es ist der aller erste Tag der neuen Saison – bis Mitte September sind die Lebensretter an allen Wochenenden sowie feiertags am See, entweder die Helfer aus Korb oder der EVD, der Einsatzleiter vom Dienst. Während dieses ersten Wochenendes wird die Hütte am Seeufer auf Vordermann gebracht, das Boot wird aus dem Winterschlaf geholt, alle Gerätschaften werden überprüft. Wenn jetzt schon Massenandrang herrschte, die Rettungsschwimmer kämen vermutlich ganz schön ins Schwitzen. „Wir machen jetzt klar Schiff“, sagt Rössel. Der 43-Jährige ist seit 28 Jahren für die DLRG im Einsatz, eigentlich arbeitet er bei der Gemeinde Korb, jetzt aber mal wieder ehrenamtlich am See.

„Wir habe keine Nachwuchssorgen“

An diesem langen Pfingstwochenende begleiten ihn gut ein Dutzend Helfer, die meisten sind noch nicht volljährig. „Wir haben keine Nachwuchssorgen“, sagt Rössel und guckt ganz zufrieden in Richtung See. Das kann nicht jeder Verein sagen. Die Jugend übernimmt während des dreitägigen Einsatzes das Kommando. Die Schülerinnen Saskia und Fania sind am Samstag die Wachleiterinnen. Saskia ruft alle zusammen und sagt an, wer für welche Arbeit verantwortlich ist: „Mittagessen, Dennis und Sebi. Abendessen, Julia, ich und Micha“.

Dann fährt der EVD mit seinem Einsatzwagen vor, an diesem Tag ist Timo Baller von der DLRG Bittenfeld verantwortlich für alle Einsätze der Lebensretter im Landkreis. Der Aichstrutsee ist schließlich nicht der einzige See, der bewacht wird. Baller und sein Kompagnon Stefan Buchwald erkundigen sich, ob der Trupp aus Korb für den Ernstfall einsatzbereit ist. Dann erfolgt die Meldung bei der integrierten Rettungsleitstelle in Waiblingen. Das Korber Einsatzfahrzeug ist eingebunden in den Rettungsdienst an Rems und Murr. Auch Stefan Buchwald ist schon lange dabei. Er sagt, der große Run auf die Seen setze erfahrungsgemäß erst Mitte Juni ein.

Der größte Einsatz beim Welzheimer Triathlon

Eine Kleingruppe macht sich auf zum Wachgang –  einmal rund um den See. Am anderen Ufer zelten ein paar Jugendliche. Rössel vermutet, dass die DLRG auch nachts gefordert sein könnte, „die Camper gehen bestimmt noch schwimmen“. Wenn alles ruhig bleibt, dann machen die Freiwilligen aus dem Remstal am Abend auch selbst ein bisschen Party. Spaß muss sein. Der größte geplante Einsatz der DLRG am Aichstrutsee steht am ersten Juliwochenende an – beim Welzheimer Triathlon.

An gewöhnlichen Tagen, erzählt Rössel, würden kleinere oder auch mal größere Wehwehchen versorgt, eine Schnittverletzung oder ein Kreislaufkollaps. Tatsächlich aus dem Wasser ziehen mussten die Helfer im vergangenen Jahr nur wenige Schwimmer – die meisten beim Triathlon. Einige Sportler hatten sich wohl überschätzt. Zum Glück gibt’s die DLRG.




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