Gründer der beliebten App Wer hat TikTok erfunden?

Wer steckt hinter der App? Foto: BigTunaOnline / shutterstock.com
Wer steckt hinter der App? Foto: BigTunaOnline / shutterstock.com

In diesem Artikel geht es um die Entstehungsgeschichte von TikTok und die Frage, wer die App erfunden hat.

Digital Unit: Lukas Böhl (lbö)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Kein TikTok ohne musical.ly

Die Geschichte von TikTok kommt nicht ohne einen kleinen Exkurs zu der einst beliebten Social-Media-App musical.ly aus. Diese wurde von den Chinesen Louis Yang sowie Alex Zhu entwickelt und im Jahr 2014 veröffentlicht. Die Grundidee hinter der App war, das Posten von Selfies und Videos mit Musik zu verbinden, wie der Mitbegründer Zhu in einem Interview mit der New York Times sagte. Die Lippensynchronisation von bekannten Liedern in Kombination mit Tänzen war unter den vorwiegend sehr jungen Nutzern, auch Muser genannt, besonders beliebt. Eine Eigenheit von musical.ly war die Ausrichtung auf den amerikanischen Markt, also nicht den heimischen chinesischen der Gründer. Die musical.ly Inc. hatte sowohl in Shanghai, als auch in Los Angeles einen Firmensitz. Dies war ein taktisch kluger Schachzug, denn ansonsten wäre die App aufgrund der großen chinesischen Firewall vermutlich international niemals so beliebt geworden.

Lesen Sie auch: Darum ist OnlyFans gerade in aller Munde

Eine kurze Geschichte von TikTok

Im März 2012 gründete der Chinese Yiming Zhang die ByteDance Ltd. Im August desselben Jahres ging die Firma mit ihrem ersten Produkt Toutiao an den Markt. Dabei handelt es sich um einen News-Aggregator, der individualisierte Nachrichten-Feeds für seine Nutzer erstellt.

Im September 2016 folgte schließlich die App Douyin, eine Kurz-Film-Plattform in direkter Konkurrenz zu musical.ly. Doch ByteDance wollte nicht nur den chinesischen Markt abdecken und so entstand im Mai 2017 der Klon von Douyin für alle Länder außerhalb Chinas: TikTok.

Im November 2017 verleibte sich der chinesische Digitalkonzern dann den Konkurrenten musical.ly ein. Der Kaufpreis belief sich Schätzungen zufolge auf eine Summe zwischen 800 Millionen und 1 Milliarde US-Dollar. Da man aber nun zwei Apps mit einem ähnlichen Angebot hatte, beschloss das Unternehmen im August 2018 musical.ly und TikTok zu vereinen. Musical.ly ging samt seiner Nutzerschaft in TikTok über. Ein echter Boost für die App, der ihr quasi über Nacht mehrere Millionen neue Nutzer gebracht hat.

Seitdem ist die App auf Erfolgskurs und wird bei Jugendlichen immer beliebter. Ganz normale Menschen können mit ihren Videos in Rekordzeit mehre Millionen Nutzer auf der ganzen Welt erreichen und dadurch zu Superstars einer jungen Generation werden.

Zusammenfassung

TikTok ist die internationale Version der App Douyin. Erfunden hat sie das chinesische Unternehmen ByteDance von Yiming Zhang im Jahr 2016.

Lesen Sie auch: So verdient man mit TikTok Geld

Kritik an TikTok

Trotz der großen Beliebtheit der App gerät TikTok immer wieder mit negativen Schlagzeilen in die Presse. So deckte die Federal Trade Commission der USA im Februar 2019 einige "fragwürdige Geschäftspraktiken" auf. Denn viele der Nutzer, die während der Fusion mit musical.ly zu TikTok übergegangen sind, waren noch minderjährig. TikTok hatte beim Umzug weder nach dem Alter noch nach der Zustimmung der Eltern zur Nutzung der App gefragt, wozu das Unternehmen gesetzlich verpflichtet gewesen wäre. Daraus resultierend einigten sich die FTC und TikTok auf eine Strafzahlung in Höhe von 5,7 Millionen US-Dollar. Als Konsequenz führte TikTok eine nachträgliche Altersabfrage ein und löschte minderjährige User samt ihrer Inhalte.

Während der Massenproteste in Hongkong im Sommer 2019 gegen ein Gesetz über flüchtige Straftäter und Rechtshilfe in Strafsachen wurde TikTok außerdem vorgeworfen, regierungskritische Inhalte zu zensieren. So ließen sich laut der Washington Post keine Inhalte zu den Protesten finden, obwohl auf Twitter massenhaft Berichte aus erster Hand hochgeladen worden sind. Wenig später gelangte The Guardin an geleakte Dokumente, welche die Moderationsrichtlinien der App aufzeigten. Die teils schwammigen Formulierungen ließen durchaus Zensur zu. ByteDance erklärte jedoch, dass es sich dabei um veralte Dokumente handelte, die bereits vor den Protesten außer Kraft getreten waren. Weiterhin hieß es, das Unternehmen wolle zukünftig in der Kommunikation offener sein und sich nach lokalen Gesetzgebungen bei der Moderation der Inhalte richten.

Auch gibt es immer wieder Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes bei TikTok. Zwar wird die App in den USA oder Europa von Tochterfirmen der TikTok Ltd. betrieben, die laut Aussagen von ByteDance keine Daten mit der Mutterfirma teilen (Beide Firmen haben ihren Hauptsitz mittlerweile auf den Cayman Islands). Dennoch gibt es im europäischen Datenschutzausschuss eine eigene Task-Force für TikTok, die sich mit deren Datenschutzpraktiken beschäftigt. Ergebnisse wurden bislang jedoch nicht veröffentlicht. Es bleibt abzuwarten, was die Untersuchungen ergeben.

Lesen Sie jetzt weiter: Ab wann Social Media für Kinder?

Unsere Empfehlung für Sie